EXPERIMENT Nr. 30 : Demokratie in einer dynamischen Welt. Vom Planet zu 61137 – Ein theoretisches Modell

HISTORIE: 17. September 2026 – 18. September 2026 (09:40h)

BEZUG: Diese Seite ist eine Fortsetzung der vorausgehenden Experimente. Ganz besonders sei verwiesen auf das Experimente Nr.29, in welchen die Rolle des Wissens unter Berücksichtigung eines  Bürgerservers (BSS) behandelt wird.

Autor: Mensch Gerd Doeben-Henisch

Coworking: Nach Abschluss dieses Textes hat der Autor Gerd diesen Text mit der generativen KI Claude Opus 5 intensiv diskutiert. Es kam zu einigen kleineren Korrekturen und Änderungen.

Kontakt: info@emerging-life.org

Asymmetrische Symbiose : Nachdem das Format der ‚asymmetrischen Symbiose‘ in diesem Blog mehrere Wandlungen durchlaufen hat, hat sich aktuell folgendes Format eingespielt: Grundsätzlich schreibt der Mensch Gerd seine Texte erst einmal komplett selbst. Nach Abschluss tritt er in einen Meta-Dialog mit einer generativen Intelligenz — bisher ChatGPT und Claude Opus X — ein. Falls dieser Meta-Dialog inhaltlich interessant genug war und die Sachverhalte über das Alltagsverstehen hinausgehen, bittet der Autor Gerd eine generative KI, zu einem – oder auch mehreren — Text(en) einen eigenen Kommentar zu verfassen. Der Text dieses Kommentars wird vom Autor Gerd nicht verändert, um so die Eigenart der algorithmischen KI-Sicht nicht zu verdecken.

Übergang zu Experiment Nr.30

Autor: Gerd

Das Experiment Nr.29 war ein weiterer Versuch, den Zusammenhang zwischen der realen Welt samt ihren Veränderungsprozessen und den demokratischen Prozessen in dem konkreten Ort 61137 so sichtbar zu machen, dass es einem normalen Bürger möglich wird, das demokratische Geschehen sowohl in sich als auch in Wechselbeziehung mit der realen Welt besser verstehen zu können.

Aber, wenn man den Text des heutigen Experiments Nr.30 gelesen hat, dann sieht man, dass der Verstehensversuch von Experiment Nr. 29 noch nicht ausreichend war.

Hier also ein neuer Anlauf.

Bilder

In diesem Text ausnahmsweise keine grafische Skizzen, da es dieses Mal 6 Skizzen wären … ein bisschen viel.

Leben auf dem Planeten

Wie bekannt setzt dieser Blog die Perspektive voraus, dass wir Menschen — als Teil des Lebens — uns auf dem Planet Erde befinden, die hoch dynamisch ist; die Erde verändert sich und ihre Situation permanent. Vieles von dem, was wir über ihren Zustand zusammen mit dem Leben zu einem Zeitpunkt t sagen, ist im nächsten Moment schon nicht mehr gültig. Und wir Menschen, die wir ja auch nicht in Ruhe verharren sondern ständig irgendwie beschäftigt sind, tragen mit zu dieser allgemeinen Dynamik der Veränderungen in jedem Moment bei.

Die interessante Frage ist, ob es unter diesen Bedingungen überhaupt die Organisationsform ‚Demokratie‘ geben kann, im großen — globalen — Maßstab wie auch im kleinen Maßstab, fokussiert auf einen einzigen Ort, hier 61137 im Landkreis Main-Kinzig, im Bundesland Hessen, in Deutschland, als Teil vom europäischen Kontinent, als Teil des Planeten.

Dimensionen der Veränderungen

Um dem dynamischen Charakter der planetaren Wirklichkeit der Erde mit ihren biologischen Lebensformen gerecht zu werden, muss man von vornherein die Perspektive der ‚Veränderung‘ einnehmen. Wenn nicht, verirrt man sich in der ungeheuren Vielfalt einzelner Phänomene, die als solche wenig über den Gesamtzusammenhang sagen.

Der Planet Erde und die Zeit

Von ‚Veränderung(en)‘ kann man nur sprechen, wenn man die Dimension der Zeit mit einbezieht. ‚Zeit‘ ist aber kein normaler Gegenstand, sondern eine Eigenschaft, die sich darin ‚zeigt‘, dass sich in einer Situation zum Zeitpunkt t‘ etwas entdecken lässt, welches zu einem früheren Zeit t ‚anders‘ aussah als zum späteren Zeitpunkt t‘. Und von ‚Zeitpunkten‘ kann man auch nur sprechen, wenn man sich ein ‚Zeitmessgerät‘ gebaut hat, welches ‚gleichmäßig künstliche Zeitabstände‘ erzeugen kann (im Alltag sind das die ‚Uhren‘, welche eine Zeitangabe haben), so dass man eine reale Situation mit den künstlichen Zeitmarken verknüpfen kann.[*]

Um die ‚Veränderungen des Planeten Erde (VPE)‘ in einem Zeitintervall (t,t‘) beschreiben zu können, genügt uns zunächst die einfache Formel

VPE(t,t‘) : PE(t) —> PE(t‘)

Diese Formel sagt nur, ‚dass‘ sich der Planet Erde zwischen zwei Zeitpunkten verändert, aber nicht ‚wie‘.

[*] Natürlich gibt es auch periodische Prozesse in der Natur (Tag und Nacht, Jahreszeiten, …) die mögliche Bezugspunkte für Feststellung von Veränderungen bieten.

Das biologische Leben auf dem Planeten und die Zeit

Vom biologischen Leben (BL) kann man auch sagen, dass es sich permanent verändert, ohne dass man hier im einzelnen angeben muss, worin diese Veränderungen genau bestehen. Allerdings sind die Veränderungen des biologischen Lebens zu jeder Zeit eingebettet in die Veränderungen des Planeten. Die Veränderungen des biologischen Lebens alleine zu beschreiben ist vielfach gar nicht möglich und würde zu groben Verzerrungen in der Beschreibung führen.

VBL(t,t‘) : PE(t) x BL(t) —> BL(t‘) x PE(t‘)

Der Mensch, das biologische Leben auf dem Planeten und die Zeit

Benutzt man die Bezeichnung ‚Homo sapiens‘ für den Menschen, dann könnte man die Abkürzung ‚HS‘ einführen. Der Homo sapiens ist Teil des biologischen Lebens (BL). Möchte man über das biologische Leben BL getrennt von er Teilpopulation Homo sapiens sprechen, dann könne man auch schreiben BL\HS, oder vertrauter BL-HS. Eine Veränderungsaussage über den Homo sapiens könnte man dann so formulieren:

VHS(t,t‘) : PE(t) x BL-HS(t) x HS(t) —> HS(t‘) x BL-HS(t‘) x PE(t‘)

Veränderungen strukturell erfassen

Die Einführung verschiedener Veränderungsbegriffe — VPE, VBL, VHS — bildet zwar erste Ankerpunkte, aber auf dieser abstrakten Beschreibungsebene sagt die Formalisierung noch nicht viel. Um hier weiter zu kommen muss man das Konzept der ‚Veränderung‘ in solche Komponenten zerlegen, welche für die Beschreibung konkreter Veränderungen ‚relevant‘ sind.

Kollektive menschliche Intelligenz

Die reale Welt mit ihrer Dynamik findet statt, auch ohne jede Art von Beschreibung. Es ist eine besondere Eigenschaft von Menschen, dass sie nicht nur Teilaspekte ihres materiellen Daseins ‚erleben‘ und ‚wahrnehmen‘ können, sie können die Erlebnisse und Wahrnehmungen auch in ‚ihrem Innern‘ so verarbeiten, dass sie Teile von diesen ‚inneren Zuständen‘ zusammen mit anderen in einer ‚Sprache‘ aussprechen und aufschreiben können. Solche sprachlichen Beschreibungen als ‚Texte‘ bzw. in einem ’speziellen Format‘ als ‚Dokumente‘ sind so, dass alle Beteiligten für die ‚Aussagen solcher Texte‘ gemeinsam entscheiden können, ob diese Aussagen auf eine gegebene Situation ‚zutreffen‘ (Sie sind ‚wahr‘) oder eben nicht.

Fakten

Eine Grundvoraussetzung für die Beschreibung von ‚Veränderungen‘ besteht in der Fähigkeit, im Rahmen eines Beobachtungszeitraums (t,t‘) bei der Wahrnehmung einer konkreten Situation solche ‚Sachverhalte‘ identifizieren zu können, welche sich innerhalb des Beobachtungszeitraumes nicht verändern. Meist spricht man bei nicht-veränderlichen Sachverhalten auch von ‚Objekten‘ oder ‚Gegenständen‘. Man kann diese Sachverhalte mit der ‚gemeinsamen Sprache‘ beschreiben.

Beziehungen

Zwischen verschiedenen Fakten kann es auch ‚Beziehungen‘ geben. Beziehungen sind keine ‚Gegenstände‘ im üblichen Sinne, es sind auch keine ‚direkt wahrnehmbaren‘ Fakten, aber es sind Eigenschaften, die sich der menschlichen Wahrnehmung und Denken ‚gleichzeitig mit der Wahrnehmung der Fakten‘ erschließen können. Da wir uns gewöhnlich in einem ‚Raum‘ befinden, können wir in der Regel erkennen, ob sich eine Tasse ‚auf‘ dem Tisch befindet, ein Schuh ‚unter‘ dem Tisch oder ‚am Bein‘, ein Apfel ‚in‘ einer Schale oder ‚in‘ einer Hand, usw. Solche ‚räumlichen Beziehungen‘ sind Teil der Situation selbst. Menschen können sie beachten und benennen oder auch nicht. Während ein Objekt/ ein Gegenstand eher über längere Zeiträume ’stabil‘ (nicht-veränderlich) ist, sind Beziehungen im Raum oft eher ‚flüchtig‘.

Neben ‚räumlichen‘ Beziehungen gibt es viele weitere Arten von Beziehungen: Biologische – ‚Kind von‘; Gesellschaftliche: ‚Chef von‘, ‚Ehefrau von‘; usw.

Fakten und Beziehungen werden hier jedenfalls noch ‚außerhalb von Veränderungen‘ betrachtet.

Mengen

Wir können nicht nur einzelne Fakten oder Beziehungen wahrnehmen, sondern viele Fakten mit Beziehungen auf einmal. In diesem Fall kann man entweder neutral von einer ‚Menge‘ von Fakten und Beziehungen sprechen, oder spezieller von einer ‚Situation‘, einem ‚Zustand‘ oder einer ‚Lage‘ oder einem ‚Ensemble‘ oder Ähnlichem.

Veränderungen

Veränderungen haben mit Beobachtungen zu tun, die für bestimmte Mengen von Fakten und Beziehungen bezogen auf eine bestimmte Menge M zum Zeitpunkt t und dann später zum Zeitpunkt t‘ feststellen, dass sich die Menge der Sachverhalte und Beziehungen in der Menge M(t‘) mit Rückblick auf die Menge M(t) in mindestens einem ‚Element‘ geändert hat. Man könnte dann schreiben:

VM(t,t‘) : M(t) —> M(t‘)

Mit solch einer Beschreibung wird noch offen gelassen, was genau sich verändert hat und es bleibt auch offen, ob man die Art der Veränderung genauer beschreiben kann.

Nehmen wir an, dass ‚A,B,C‘ Namen für Fakten sind und ‚Vater-von(A,B)‘ wäre die Bezeichnung von einer Beziehung, und es würde gelten:

  1. M(t) = {‚A,B,C‘, ‚Vater-von(A,B)‘} (Gegeben, IST-Situation)
  2. Entferne: ‚C‘ aus M(t) (Änderungsoperation: ein vorhandenes Element soll aus der Beschreibung entfernt werden)
  3. Generiere: ‚D‘ in M(t) (Änderungsoperation: ein neues Element soll der Beschreibung hinzugefügt werden)

dann könnte man z.B. schreiben:

VM : M = {‚A,B,C‘, ‚Vater-von(A,B)‘} & Entferne: ‚C‘ aus M & Generiere: ‚D‘ in M

Dann hätte man eine Veränderungsbeschreibung für eine konkrete Menge M, die konkrete Veränderungsoperationen auf M angibt. Was daraus dann entsteht ist offen. Die Anwendung dieser Veränderungsbeschreibung V auf eine gegebene Situation M, so dass eine neue Menge M‘ entsteht, dies wäre eine neue Form von Meta-Operation, die man — in Annäherung an ‚klassisch logische‘ Ausdrucksweisen — ‚Ableiten‘ oder ‚Folgern‘ nennen könnte. Ein geläufiges Symbol für ‚Ableiten‘ ist das Zeichen ‚|–‚. Um die ‚Arbeitsweise des Ableitens |– darstellen zu können, muss man den Kontext zu einem ‚Modell‘ erweitern.

Anmerkung: eine Veränderungsbeschreibung V kann sich auch nur auf einen Teil einer gegebenen Menge M(t) beziehen, z.N.:

V mit {‚A,B,C‘} ⊆ M(t) , Entferne: ‚C‘ aus M(t), Generiere: ‚D‘ in M(t) 

Modelle

Fakten, Beziehungen, Mengen und Veränderungen sind einzelne Komponenten, welche aus sich heraus noch keinen ‚definierten Prozess‘ beschreiben können. Dazu braucht man eine komplexere Einheit, welche hier ‚Modell‘ genannt wird.

In einem Modell kann man viele verschiedene Komponenten zusammen führen. Dass ‚m‘ ein Modell sein soll kann man wie folgt ausdrücken:

MODELL(m) gdw < F, B, V, T, |– >

mit

  • F := Fakten
  • B := Beziehungen
  • V := Veränderungsbeschreibungen
  • T := Zeitpunkte
  • |– := Ableitungsbeziehung

Mit Hilfe eines solchen Modells lässt sich schon ansatzweise ein realer Veränderungsprozess beschreiben:

{F, B}(t) |–V {F‘, B‘}(t‘)

Wenn man eine Menge von Fakten F und eine Menge von Beziehungen B zum Zeitpunkt t hat, dann kann man mit Hilfe der Veränderungsbeschreibungen V eine neue Menge von Fakten F‘ und Beziehungen B‘ zum Zeitpunkt t‘ ableiten |–.

Also, konkreter:

Gegeben:

F mit {‚A,B,C‘} zum Zeitpunkt t,

B mit {‚Vater-von(A,B)‘} zum Zeitpunkt t,

V mit {‚A,B,C‘} ⊆ M(t) , Entferne: ‚C‘ aus M(t), Generiere: ‚D‘ in M(t) (Man beachte, dass sich die Veränderungsbeschreibung V hier nur auf einen Teil von M(t) bezieht!)

Anwendung der Ableitungsvorschrift |–

M(t) |–V M(t‘)

M(t) = { {‚A,B,C‘}(t), {‚Vater-von(A,B)‘}(t)}

V = {‚A,B,C‘} ⊆ M(t), Entferne: ‚C‘ aus M(t), Generiere: ‚D‘ in M(t)

Die Ableitung eines neuen Zustands M(t‘) aus M(t) führt folgende reale Operation aus:

Aus dem aktuellen M(t) wird das Element ‚C‘ entfernt und ein neues Element ‚D‘ wird eingeführt.

Aus M(t) wird dann M(t‘) = { {‚A,B,D‘}(t‘), {‚Vater-von(A,B)‘}(t‘)}

Iterativ

Dazu gilt, dass es beliebig viele Veränderungsbeschreibungen V geben kann und dass man jedes ‚Ergebnis‘ einer Ableitung zu einem ’neuen Ausgangspunkt‘ machen kann, auf den man die verfügbaren Veränderungsbeschreibungen wiederholt anwenden kann. Auf diese Weise kann eine ganze ‚Reihe von neuen Zuständen‘ entstehen, welche man als ‚Prognose‘ einer möglichen Zukunft für eine gegebene Ausgangslage verstehen kann.

Werte

Menschen sind in der Lage, einen Zustand — oder genauer: einen ‚Ausschnitt‘ aus einem Zustand — mit Bezug auf ihr ‚aktuelles Weltbild‘ (Wissen und Emotionen und Bedürfnisse) als ‚gut‘ oder ‚wertvoll‘ einzustufen.

Ein solcher Wert W ist hier also selbst eine Beschreibung: eine Teilmenge von Fakten und Beziehungen, die eine Gruppe von Menschen — aus welchen Gründen auch immer — für erstrebenswert hält.

W ⊆ {F, B} & GUT(W)

Normalerweise wird kein vollständiger Weltzustand bewertet, sondern nur Ausschnitte. Wichtig ist: Diese Wertzuordnung besitzt keinen ‚absoluten‘ Charakter; sie wird von einer konkreten Gruppe zu einer konkreten Zeit gesetzt. In einer Bevölkerung gibt es daher immer viele solcher Werte nebeneinander, und sie können einander widersprechen.

Ferner ist wichtig: Es gibt bislang kein allgemein akzeptiertes Verfahren, mit dem eine Gruppe zu ihren Werten kommt. Im Alltag ist es eher so, dass ‚irgendwie‘ etwas als wertvoll empfunden wird. Das Modell beschreibt hier also nicht, wie es zugeht, sondern nur, welche Rolle ein solcher Wert im weiteren Verlauf spielt.

Ziel(e)

Aus einem Wert W wird ein Ziel Z, wenn eine Gruppe sich vornimmt, den beschriebenen Ausschnitt tatsächlich herbeizuführen bzw. zu sichern:

GUT(W) —> Z = W

Ziel und Wert sind also dasselbe Objekt in verschiedenen ‚Modi‘: W ist als wertvoll markiert, Z ist zusätzlich mit einer Verpflichtung versehen. Beides sind Zustandsbeschreibungen, keine Übergänge.

NÄHE ZUM ZIEL

Für einen laufenden Prozess, in dem beständig neue Zustände mittels Veränderungen erzeugt werden, ist es wichtig, erkennen zu können, ob das Ziel Z schon erreicht wurde oder auch nur zu wissen, ‚in welchem Ausmaß‘ es bislang erreicht wurde.

Die ‚Nähe zum Ziel Z‘ kann man über die ‚Anzahl der Elemente‘ (F,B) bestimmen, welche in der aktuellen Menge M(t) vorkommen und ob diese die Elementen den Elementen in der Zielmenge M(t) von Z entsprechen. Dazu kann man die Operation ‚EVAL‘ definieren:

EVAL(M(t), Z) = g mit g in [0,1]

Dabei wird geprüft, wie viele der Elemente von Z in der Menge M(t) vorkommen. Bei g = 1 ist das Ziel vollständig erfüllt, bei g = 0 gar nicht.

Zu beachten ist, dass dieser Wert davon abhängt, wie ‚fein‘ das Ziel formuliert wurde: Ein Ziel als ein einziger Ausdruck liefert nur 0 oder 1, dasselbe Ziel in drei Teilausdrücken auch Zwischenwerte. Der Inhalt ist derselbe, die Zahl nicht. Die Granularität von Z ist deshalb selbst eine Entscheidung, die sichtbar bleiben sollte.

Was mit einem aktuellen Wer von EVAL geschieht, ist offen. Das müssen die Autoren und Anwender der Theorie entscheiden.

Auslöser für Ziele

Was einen Menschen oder eine Gruppe dazu bringt, überhaupt ein Ziel zu formulieren, ist in aller Regel das ‚Heute‘: Eine gegenwärtige Lage wird als unbefriedigend, störend oder gefährlich erlebt, und daraus entsteht der Wunsch nach etwas anderem.

Die Maßnahme als Unbekannte

Nimmt man nun eine Ausgangslage

M(t) = {F, B}

und ein Ziel

Z, das in M(t) noch nicht oder nur teilweise erfüllt ist,

dann besteht die Aufgabe darin, herauszufinden, welche Veränderungsbeschreibung V benötigt wird, um von der Ausgangslage zum Ziel zu kommen.

Anders formuliert: Hat man

M(t) |–V M(t‘) mit Z als Maßstab für M(t‘),

dann ist ‚V‘ die Unbekannte, die geklärt werden muss.

Dies ist der entscheidende Unterschied zu einer Prognose. Bei der Prognose ist V gegeben und das Ergebnis wird abgeleitet. Bei der Zukunftsplanung sind Ausgangslage und Ziel gegeben, und gesucht ist die Maßnahme. Es kann dabei mehrere geeignete V geben, auch gar keines.

Freiheiten, welche Demokratie ermöglichen

Bis hierher ist klar, beliebige Bürger und Bürgergruppen können für sich irgendwelche Werte W festlegen oder Werte zum Anlass nehmen, sie zu Zielen Z ‚umzufunktionieren‘. In einer Demokratie wird aus solchen bürgernahen Zielen aber nur dann eine reale Maßnahme, wenn diese Ziele in Form eines ‚Antrags‘ zum ‚Präsidium‘ des kommunalen Parlaments gelangen, so dass dieses den Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung setzen kann.

Das Eingaberecht für Anträge ist allerdings beschränkt auf registrierte politische Fraktionen, auf den Gemeindevorstand (Magistrat) und auf den Ausländerbeirat.

Ob ein Antrag nach unterschiedlichen Beratungen positiv angenommen wird und damit eine Umsetzung beschlossen ist, dies hängt von der Entscheidung der Mehrheit im Parlament ab. Zu einem späteren Zeitpunkt kann ein Beschluss wieder korrigiert werden. Außerdem wechseln die Mitglieder des Parlaments alle 5 Jahre durch Wahl oder zwischenzeitlich durch Ersetzung von Mitgliedern, welche ausscheiden.

Zukunftsplanung und politische Gremien

Unter Voraussetzung der bisherigen Analyse kann man die Frage stellen, ob und wie sich die politischen Gremien einer konkreten demokratischen Kommune wie 61137 in dies hier skizzierte Schema einer Zukunftsklärung einordnen lassen.

Diese Analyse findet sich im Experiment Nr.31.