HISTORIE: 8. Mai 2026 – 8.Mai 2026
BEZUG: Diese Seite ist eine Fortsetzung der Experiment Nr.19 – 22 und von Einschub Nr.4
Autor: Gerd Doeben-Henisch
Reflexions-Einschübe in Diskussion mit: diesmal keine Einschübe.
Verwendetes Protokoll: EINSCHUB Nr.3 – Neues Protokoll für die asymmetrische Mensch-KI Symbiose (hier modifiziert als ‚offener Dialogprozesse‘ : Mensch Gerd schreibt etwas und generative KI erzeugt eine Resonanz, gesteuert durch ‚offene‘ Fragen. Eine ‚offene Frage‘ deutet eine Richtung an, überlässt aber der generativen KI die konkrete Ausgestaltung.)
Kontakt: info@emerging-life.org
ÜBERGANG von Experiment Nr. 22 zu Experiment Nr. 23
Autor : Mensch Gerd
In Experiment Nr. 22 stand die ‚Bürgerkommunikation‘ im Zentrum. Die Idee dahinter ist, dass das anhaltende Schwinden des Vertrauens von Bürgern in die politischen Gremien möglicherweise abgemildert oder gar umgekehrt werden könnte, wenn die bisherige — eher nicht vorhandene — Kommunikation der gewählten Vertreter und der politischen Gremien mit den Bürger deutlich lebendiger, persönlicher und zugleich ‚inhaltsvoller‘ werden würde.
Allerdings wurde auch darauf hingewiesen, dass „man von einer lebendigen Bürgerkommunikation … keine Wunderdinge erwarten [sollte].“ Denn auch „bei einer sehr lebendige Bürgerkommunikation kann [man] nicht ausschließen, dass es Bürger gibt, die dies alles trotzdem ablehnen und sich gegen vieles oder gar alles entscheiden, was von einer Gemeindevertretung kommt. Dies ist der Preis dafür, dass wir als Menschen real ‚frei‘ sind. Jeder Mensch kann sich jederzeit ‚dafür‘ oder ‚dagegen entscheiden‘. Dies ist etwas, was uns Menschen auszeichnet.“
Diese alltäglichen Beobachtungen verweisen auf einen sehr grundlegenden Sachverhalt, der letztlich alle Bürger — auch die gewählten Vertreter — betrifft: der unsichtbare allgegenwärtige ‚Elefant im Raum‘ ist immer und überall das, was wir salopp ‚Alltag‘ nennen.
Was ist damit gemeint?
Selbstprogrammierung des Alltags – Segen und Fluch zugleich
Autor : Mensch Gerd

INFO : Diese Grafik gibt die Gedanken wieder, die im Vorfeld dieses Textes stattgefunden haben und die dann zum Anlass wurden, den folgenden Text zu schreiben. Erfahrungsgemäß wird vom Mensch Gerd immer nur ein kleiner Teile der Bild-Aspekte im nachfolgenden Text umgesetzt.
Sicht des Einzelnen
Als einzelne Menschen erleben ‚wir uns‘ in einer ‚Umgebung‘. Sind wir schon länger da, wohnen wir dort, arbeiten wird dort, gestalten wir unsere Freizeit …. gewinnt diese Umgebung Konturen, wird vertraut, wir können immer besser ‚abschätzen‘, wie ‚die Dinge laufen‘, ‚was passiert, wenn‘, was wir ‚tun müssen‘ um ‚etwas zu erreichen‘ … und so entstehen in uns Bilder der Umgebung als ‚unser Alltag‘, in dem nicht nur die ‚Umgebung‘, nicht nur ‚die anderen‘ ein Format finden, sondern ‚auch wir selbst‘ werden zu einem ‚Moment des Alltags‘, welches zu einer Art ‚Selbstbild‘ führt : wir sind ‚jene Person‘, die das und das kann, will, tut, erlebt …
Im Laufe ihres Lebens können Menschen eher ‚verweilen‘, sie bleiben eher an einem Ort; andere ‚kommen herum‘, erleben verschiedene Formate von Alltag.
Der Alltag wirkt
Wichtig zu sehen : die ‚Bilder‘, welche durch den Alltag ‚in uns‘ Gestalt annehmen, entstehen ‚quasi von selbst‘! Unser Gehirn arbeitet unablässig, selbst im Schlaf, und baut aus der Menge der Eindrücke ‚Strukturen‘, ‚Muster‘, eng verknüpft mit Gefühlen, verknüpft mit verschiedensten Bedürfnissen. Und so entsteht ‚in unserem Innern‘ fast beiläufig ein Bild vom Alltag, von der Welt, von uns selbst, welches wir als ‚unser Bild‘ ansehen, obwohl wir weitgehend nur die ‚Empfänger‘ sind.
Das, was wir ‚erleben‘, kann meistens so oder so ‚interpretiert‘ werden, aber wenn wir schon ‚erste Bilder‘ in uns versammelt haben, dann werden diese vom Gehirn ‚automatisch‘ zu Hilfe genommen, um das aktuell Neue ‚einzuordnen‘. Und schon nach kurzer Zeit kann sich ‚in uns‘ eine ‚Meinung‘ bilden — sie kann noch so zufällig sein — die auf dem Bisherigen aufbaut, die dann da ist, und die dann auch ‚wirksam‘ ist.
Dieser Mechanismus des ‚automatischen Wissens‘ in uns ist grundsätzlich wichtig. Auch wenn wir ’nicht denken wollen‘, das Gehirn ‚verpasst uns‘ eine Weltsicht, welche es uns ermöglicht, in einem Alltag ‚rudimentär‘ zu Überleben.
Welt gewinnen und Welt verlieren
Mit dem Mechanismus des ‚automatischen Wissens‘ ‚gewinnen‘ wir erst einmal Welt. Wie die Lebenserfahrung — unterstützt durch die moderne Wissenschaft — uns aber lehrt, ist das ‚automatische (unbewusste) Wissen‘ zwar ‚kurzfristig‘ geeignet erstes ‚einfaches Wissen‘ zu erzeugen, aber ohne zusätzliche ‚bewusste‘ Maßnahmen des einzelnen, bildet das automatische Wissen die Realität der uns umgebenden Welt stark vereinfacht und schnell ‚veraltend‘ ab. Die Welt, die wir über das automatische Wissen ‚zu besitzen meinen‘, welche wir ‚gewonnen‘ haben, kann uns schnell abhanden kommen, wenn wir nicht kontinuierlich mit bewussten Maßnahmen ergänzend tätig werden. Das aber ist ein nicht kleines Problem: um den (unbewussten) automatischen Wissensprozess mit der Realität immer wieder ‚abzugleichen‘ bedarf es ein minimales methodisches Wissen, wie man solche Abgleiche erreichen kann, man muss dafür Energie aufbringen und Zeit einsetzen; dies alles benötigt meistens zudem ein Minimum an unterstützender Kommunikation. Und, je mehr‘ von der Realität um uns herum verstanden werden soll, wenn die Zeitabschnitte und die Räume größer werden, wenn es um immer mehr Details geht, dann kann der Aufwand so groß werden, dass diese ‚vertiefte Wissenserzeugung‘ nur mit entsprechenden ‚Ausbildungen‘, mit ‚größeren Arbeitsgruppen‘, mit geeigneten ‚Arbeitsinstrumenten‘, über ‚längere Zeiträume‘ gelingen kann. Hier stößt der ’normale Alltag‘ mit seinem ‚Wissen-Generierungs-Potential‘ schnell an harte Grenzen.
Diese Sachverhalte sollen hier nur angedeutet werden. Wir wollen hier nicht das Wissensproblem der Menschheit als solches diskutieren — wenngleich natürlich notwendig 🙂 — sondern wir wollen der Frage weiter nachgehen, was dies alles für eine kleine demokratische Kommune im Bundesland Hessen, im Landkreis Mein-Kinzig, bedeutet, bedeuten kann.
Sind die Bürger der Kommune 61137 Schöneck nur ‚Opfer‘ dieser Mechanismen oder haben sie eine faire Chance, sich dem ’suggestiven Mechanismus des automatischen Wissens‘ tatsächlich streckenweise zu entziehen?
Dabei kann der Ausdruck ’streckenweise‘ herabmindernd klingen, so, also ob die Bürger das — wenn überhaupt — nur ‚ein klein wenig‘ schaffen können. Doch angesichts der großen suggestiven Kraft eines ‚automatischen Wissens‘ ist ‚ein wenig‘ schon sehr viel, es wäre sogar schon eine beeindruckende Leistung!
Eine Kommune als ‚Fallstudie‘
— !! noch nicht fertig !!–