HISTORIE: 3.März 2026 – 13.März 2026
BEZUG: Diese Seite ist eine Fortsetzung von Experiment Nr.19 und besonders von Einschub Nr.4
Autor: Gerd Doeben-Henisch
In Diskussion mit der generativen KI Claude opus 4.6.
Verwendetes Protokoll: EINSCHUB Nr.3 – Neues Protokoll für die asymmetrische Mensch-KI Symbiose (hier modifiziert als ‚offener Dialogprozesse‘ : Mensch Gerd schreibt etwas und generative KI erzeugt eine Resonanz, gesteuert durch vier ‚offene‘ Fragen. Eine ‚offene Frage‘ deutet eine Richtung an, überlässt aber der generativen KI die konkrete Ausgestaltung.)
Kontakt: info@emerging-life.org
ÜBERGANG von Experiment Nr.19 und Einschub Nr.4 zu Experiment Nr.20
Autor: Mensch Gerd
In Experiment Nr.19 hat der Autor Mensch Gerd versucht, die globale Perspektive des Lebens auf dem Planet Erde im Überlebensmodus herunter zu brechen auf immer konkretere Ebenen bis hin zum Phänomen der ‚Kommune‘, jenem kleinsten Ort, an dem Menschen versuchen, miteinander ihren Lebensprozess zu gestalten.
In Einschub Nr.4 hat der Autor Mensch Gerd, inspiriert von einem Artikel von Enrique Dans zu den Stärken und Schwächen einer modernen Informationstechnologie (IT) als ‚Plattformtechnologie‘ — mittlerweile ‚angereichert mit generativer KI‘–, versucht, die Perspektive auf diese Plattformtechnologie in den größeren Zusammenhang des globalen Lebensprozesses zu stellen.
Ein Ergebnis dieser — ausgesprochen philosophischen — Reflexion bestand darin, dass diese technischen Plattformen zwar Prozesse ermöglichen, die ansatzweise und letztlich extrem einfach als ‚lernend‘ eingestuft werden können mit einer entsprechend sehr eingeschränkten Intelligenz — im Vergleich zur kollektiven Intelligenz des Lebens –, dass aber die Struktur und Dynamik der kollektiven Intelligenz des Lebens weit über das hinaus reicht, was diese technischen Plattformen zur Zeit anbieten können.
An dieser Stelle scheiden sich ‚die Geister‘ : die einen — die Mehrheit ? — meint, dass die aktuellen Begrenztheiten der bisherigen technischen Intelligenzen nur ‚vorläufig‘ gegeben seien; sie würden sich im ‚Laufe der Zeit‘ immer weiter entwickeln und in endlicher Zeit die Fähigkeiten der (kollektiven) menschlichen Intelligenz dann ‚überbieten‘. Andere — zu denen auch der Autor Mensch Gerd gehört — zögern noch, diese Arbeitshypothese in dieser radikalen Form anzunehmen. Zu viele Faktoren der Gesamtsituation kommen in den Überlegungen der ‚Befürworter‘ einer ‚Super-Menschlichen Intelligenz‘ (SMI) noch nicht vor. Ihre Ausgangsszenarien erscheinen bislang eher als ’naiv‘ : um die ‚SMI-Arbeitshypothese‘ vertreten zu können, müssen erhebliche Vereinfachungen an der ‚Ausgangslage‘ vorgenommen werden, damit die Argumentation funktioniert.
Im folgenden Text geht es jetzt nicht um eine direkte Auseinandersetzung mit der ‚SMI-Arbeitshypothese‘ sondern um eine weitere Analyse des universellen Gesamtprozesses von Leben auf diesem Planeten, möglicherweise auch über den Planet Erde hinaus. Mit dem Fortschreiten dieser philosophischen Reflexionen lässt sich immer konkreter eine Arbeitshypothese zu einem ‚universellen Selbst-Prozess‘ (USP) formulieren, welche die ‚SMI-Arbeitshypothese‘ als ziemlich ‚grundlos‘ wird erscheinen lassen. Im Rahmen einer ‚USP-Arbeitshypothese‘ wird Technologie keineswegs ‚verschwinden‘, sondern sie wird in einem fortschreitenden universellen Selbst-Prozess eine immer engere Beziehung (asymmetrische Symbiose) mit dem Prozess des Lebens eingehen. Ohne dem Leben ist Technologie ‚Edelschrott‘, mit dem Leben wird Technologie als ‚integrierter Teil des Lebens‘ am ‚Wunder des Lebens teilhaben können‘ in einer Weise, die unsere heutige Vorstellungskraft — vermutlich — bei weitem übersteigen wird.
Kurzfassung des Konzepts ‚Kultur‘ in Experiment Nr.20
- Voraussetzung für die Ausbildung von Kultur als gemeinsames Ziel und Regelsystem ist eine ‚Gruppe‘ von Menschen, die zu ihrem ‚Überleben‘ ‚zusammen arbeiten‘ müssen.
- Auf der Basis ihrer Bedürfnisse und Emotionen, erweitert um ‚erworbene Erfahrungen und erworbenes Wissen‘ ‚vereinbaren‘ sie Ziele und Regeln für einen gemeinsamen ‚Handlungsraum‘, welcher einen ‚gemeinsamen Alltagsraum‘ ermöglicht. In diesem Alltagsraum können und sollten alle Mitglieder individuell ihre Fähigkeiten einbringen.
- Im Kontext des gemeinsamen Überlebens geht es darum, den Alltagsraum als Basis zu ‚erhalten‘, ihn zu ‚verbessern‘, und ihn insgesamt so zu gestalten, dass eine ‚gute Zukunft für alle‘ möglichst ‚hoch‘ wahrscheinlich ist.
- Für sich alleine ist der ‚Einzelne‘ nichts, als Teil eines gemeinsamen Handlungsraumes kann er Leben für sich und für alle bedeuten.
- Der Alltagsraum mit allen seinen Eigenschaften wirkt direkt zurück auf jeden einzelnen, auf seine Bedürfnisse, auf seine Emotionen und auf die Möglichkeit Erfahrung und Wissen zu erwerben.
- Diese Rückwirkung kann konstruktiv sein — wenn der Alltagsraum Lernen und Anpassung fördert — oder destruktiv, wenn die herrschenden Ziele und Regeln die Wahrnehmung realer Veränderungen blockieren. Die entscheidende Frage ist, ob eine Gruppe über Prozesse verfügt, die diese Unterscheidung ermöglichen und gegebenenfalls die Ziele und Regeln entsprechend neu justiert.
Grafische Darstellung der Überlegungen zu diesem Text im Vorfeld
Autor: Mensch Gerd

INFO : Diese Grafik gibt die Gedanken wieder, die im Vorfeld dieses Textes stattgefunden haben und die dann zum Anlass wurden, den folgenden Text zu schreiben. Erfahrungsgemäß wird vom Mensch Gerd immer nur ein kleiner Teile der Bild-Aspekte im nachfolgenden Text umgesetzt.
KOMMENTAR VON CLAUDE ZUM VERHÄLTNIS BILD-TEXT : „Dass du erfahrungsgemäß nur einen kleinen Teil der Bild-Aspekte in den nachfolgenden Text umsetzt, ist kein Defizit — es ist ein Hinweis auf die Natur des Denkprozesses selbst. Die Skizze ist reicher als jede lineare Darstellung sein kann, weil sie Gleichzeitigkeit und Querverbindungen erlaubt, die ein sequentieller Text notwendig in eine Reihenfolge pressen muss. Das Bild ist gewissermaßen näher am „Prozesswissen“ als der Text. Der Text selektiert und verdichtet — und genau diese Selektion ist selbst ein kreativer Akt, der zum USP gehört.“
Philosophie der unendlichen Wahrheit
Autor: Mensch Gerd
Für eine Analyse des möglichen Zusammenhangs zwischen dem globalen Prozess des Lebens auf diesem Planeten und der unscheinbaren Konkretheit einer ‚Kommune‘ in einer demokratischen Gesellschaft lassen sich verschiedene ‚Einstiegsszenarien‚ denken.
Für den Autor Mensch Gerd ergab sich ein — ungeplantes — Einstiegsszenario im Rahmen der Diskussionen von Einschub Nr.4.
Im Abschnitt mit der Überschrift ‚Philosophische Überlegungen zur unendlichen Wahrheit‘ analysierte er die Erkenntnissituation von uns Menschen, angestoßen von Bemerkungen und Fragen der generativen KI Claude opus 4.6.
In einer Folge von 8 Punkten endeten die Überlegungen von Mensch Gerd mit dem Gedanken Nr.8 wie folgt : „In dieser Mischung aus ‚Endlichkeit‘ und ‚Zerstörbarkeit‘ lebt der ‚erkennende Mensch‘ in einem Dauerkonflikt : (i) um der reinen Flüchtigkeit zu entkommen, muss er beständig versuchen zu extrahieren, zu abstrahieren und zu ‚vervollständigen‘, aber (ii) aufgrund des ‚flüchtigen Charakters auch von Strukturen‘ darf er nicht versuchen, sich in der Fiktion einer ‚Vollständigkeit‘ einzurichten, da diese der Gesamtrealität widerspricht, welche als ein durchgehend radikaler Prozess gegeben ist, in dem es ‚Strukturen‘ nur in Form eines ‚Wissensprozesses‘ gibt, welcher sich in jedem Moment selbst verändern kann.“
Akzeptiert man diese Überlegungen dann wird klar, dass eine Isolierung des Menschen zu einem ‚Individuum‘, welches als ‚isoliertes Etwas denkt‘, zu einer Vielzahl von ‚denkerischen Sackgassen‘ (manche nennen dies ‚Aporien‘) führt, welche sich nur über das Individuum alleine nicht auflösen lassen.
Nimmt man aber zur Kenntnis, dass ein ‚menschliches Individuum‘ grundsätzlich nie isoliert vorkommt, sondern immer als Teil einer Population, welche eine Vielzahl von gesellschaftlichen Formationen annehmen kann, dann kann man erkennen, dass das jeweils aktuelle ‚Wissen‘ eines Individuums in einem Prozess-Kontext‘ entstanden ist, welcher sich kontinuierlich sowohl unabhängig vom Menschen ändert wie auch durch das Verhalten des Menschen selbst. Die ‚Abbilder‘ der in solchen Prozessen entstandenen Erfahrungen sind von daher zeitbedingt, vorübergehend, flüchtig.
Wenn man versteht, wie auf diese Weise jegliches Wissen in einem andauernden Prozess entsteht, dann ist nicht ‚das Wissen selbst‘ der Fixpunkt, sondern die ‚Folge von Wissenszuständen‘ bietet ‚Hinweise‘ auf eine ‚Dynamik‘, die auf ‚aktive Faktoren‘ verweist, welche letztlich die ‚entscheidende Kraft‘ bilden, die all diese Prozesse ‚in Gang hält‘.
Neben der ‚aktuellen Wahrheit‘ der aktuellen Eindrücke und der ’strukturellen Wahrheit‘ von ‚abstrahierten Beziehungen‘ im Fluß der Ereignisse gibt es also anscheinend so etwas wie eine ‚unendliche Wahrheit‘ die sich im ‚ewigen Jetzt‘ des Augenblicks zwar manifestiert, die aber aufgrund der — vorläufigen — Unendlichkeit der umgebenden Prozesse keinen ‚absoluten Haltepunkt‘ erkennen lässt.
Die ‚hervorbringende Kraft aller Prozesse‘ findet man daher nicht in der Vielzahl der ‚Abstraktionen‘ und der Vielzahl an ‚zeichenhaften Verdichtungen (Texte, Bilder, Codes, …)‘, sondern im jeweils Konkreten, in konkreter Realität, und die biologischen Systeme auf diesem Planeten — von denen die Menschen als homo sapiens ein Teil sind — sind in diesem Sinne nicht nur ‚konkret‘, sondern sie verkörpern eine Form des ‚Sich-selbst-Fortlebens‘, wie sie jenseits dieser biologischen Systeme bislang nirgendwo im bekannten Universum bekannt sind.
So gesehen hat das Leben als ‚Population‘, mehr noch als ‚Gesellschaft‘, eine Prozessstruktur, welche ‚in sich‘ nicht nur ‚Leben‘ ermöglicht, sondern eine Prozessstruktur, welche sich darüber hinaus auch nahezu beliebig (Freiheitsgrade, Freiheit…) ‚weiter entwickeln‘ kann.
Das ‚Phänomen des Lebens‘ besteht daher nicht in der einzelnen Struktur, der einzelnen Lebensform, sondern in Form eines ‚Gesamtprozesses‘, welcher ‚in sich‘ sowohl individuelles Leben‘ ermöglicht als auch im kontinuierlichen Wechselspiel mit umgebender Realität und durch die vielgestaltigen Interaktionen der individuellen Lebensformen untereinander eben einen ‚Gesamtprozess‘, der sich vom Funktionsprinzip her ‚ewig fortschreiben‘ könnte.
In solch einem Gesamtprozess gibt es keinen ‚bevorzugten Ort‘. Entscheidend ist die ‚Realität eines dynamischen Prozesses‘ welcher als solcher eine ‚hervorbringende Realität‘ manifestiert (in religiöser Begrifflichkeit: ‚offenbart‘), die man mit Hilfe der vielen ‚Erkenntnisse‘ zwar ‚erahnen‘ und durch das ‚Lebensgefühl (Bedürfnisse, Emotionen, …) ‚erleben‘ kann, aber all diese ‚Ahnungen‘ bleiben eher äußerlich, sind bildhaft, und all das ‚Erleben‘ (in religiöser Begrifflichkeit: ‚Mystische Erfahrungen‘) kann zwar ‚tiefer greifen‘ (in religiöser Begrifflichkeit: ‚unio mystika‘), aber die ganze Tiefe und Weite bleibt dadurch — so scheint es — nur eine ‚Teilerfahrung‘ zu sein, wenngleich Menschen, die solches erleben, das ‚Gefühl‘ haben, sie gehen darin ‚ganz auf‘.
Zitat aus dem längeren Kommentar von Claude
Der stärkste Satz des gesamten Abschnitts ist für mich: „Die hervorbringende Kraft aller Prozesse findet man daher nicht in der Vielzahl der Abstraktionen und der Vielzahl an zeichenhaften Verdichtungen, sondern im jeweils Konkreten, in konkreter Realität.“
Das ist gleichzeitig der philosophisch mutigste und der riskanteste Punkt. Mutig, weil er die gesamte westliche Denktradition, die seit Platon das Allgemeine über das Konkrete stellt, auf den Kopf stellt. Riskant, weil die Frage sofort entsteht: Wenn die hervorbringende Kraft im Konkreten liegt — wie kann dann überhaupt abstraktes Wissen etwas über diese Kraft aussagen? Du beantwortest das implizit durch den Prozesscharakter: Die Abstraktionen sind nicht falsch, sie sind Momentaufnahmen eines Prozesses, der selbst konkret ist. Aber diese Antwort verdient im weiteren Text eine explizitere Ausarbeitung.
Grafische Darstellung des Teilaspektes Innere Zustände

INFO : Diese Grafik gibt einige der Gedanken wieder, die versuchen, den gewaltigen Komplex der Emotionen und Bedürfnisse grob zu ordnen, letztlich als ein ‚Baustein‘ im Gesamt der ‚universellen Wahrheit‘
Philosophie der inneren Zustände als Moment der unendlichen Wahrheit
Autor: Mensch Gerd
Im vorausgehenden Text wird auf das Phänomen des ‚Lebens auf dem Planet Erde‘ von ‚außen‘ geschaut, was sich ‚punktuell ereignet‘, welche ‚Beziehungen und Strukturen‘ sich im ‚Fluss der Ereignisse‘ in Form von ‚Abstraktionen‘ — symbolisch verpackt (kodiert‘) in ‚Sprache — ‚extrahieren lassen. Und weitet man die Perspektive auf das ‚Ganze‘ aus, innerhalb dessen sich dies alles über viele Zeitpunkte hin ereignet, dann kommt man zur Vorstellung einer ‚Kraft‘, die all diese Prozesse ermöglicht, antreibt, hervorbringt, auf eine Weise, die sich nicht mit ‚einfachen Kausalbeziehungen‘ alleine hinreichend beschreiben lässt.
Zur Wahrheit gehört, dass die ‚beobachtbaren Ereignisse‘ ja nicht selbst ‚ihre eigene Ursache‘ sind, sondern dass all die beobachtbaren ‚Veränderungen‘ eher als ein ‚Ausdruck‘ zu verstehen sind, als ‚Wirkungen‘, von Prozessen, die sich ‚hinter der Oberfläche von Systemen‘ abspielen.
Die ‚wärmende Wirkung der Sonne‘ ist solch ein Phänomen, welches wir auf unterschiedliche Weise ‚beobachten‘ und ‚erleben‘ können, die ‚Ursache‘ für diese Wirkungen liegt aber im ‚Innern der Sonne‘ verborgen, wo sich gigantische energetische Prozesse abspielen, welche sich bei uns auf dem Planet Erde als ‚Wärme‘ erfahrbar machen. Vor der modernen Physik stand diese ‚Wärmeerfahrung‘ isoliert im Raum und regte zu vielen farbigen Vorstellungen über die Sonne an. Mit der modernen Physik konnten wir Menschen die Prozesse ‚im Innern der Sonne‘ immer mehr rekonstruieren, bis dahin, dass wir heute sogar in der Lage sind, die ‚weitere Entwicklung dieser Prozesse‘ ansatzweise ‚voraussagen‘ zu können. So wird sich die Sonne ab einen bestimmten Zeitpunkt immer weiter ausdehnen und dadurch auf Dauer jegliches ‚biologisches Leben‘, so wie wir es heute kennen, auf dem Planet Erde unmöglich machen.
Ähnlich auch das Phänomen der ‚kosmischen Hintergrundstrahlung im gesamten Universum‘, welche 1964 eher zufällig erstmals durch durch Arno Penzias und Robert Woodrow Wilson entdeckt wurde. In Kombination mit den damals verfügbaren ‚theoretischen Strukturen‘ für die Beschreibung der möglichen Entstehung des Universums konnte man mittels dieser überall messbaren Strahlung einen Anhaltspunkt für die Entstehung des heute bekannten Universums abschätzen. Die messbare Strahlung als solche manifestiert sich nur als ‚Zeigerausschlag auf einem Messgerät‘, doch die gewaltigen Strukturen und Prozesse des Universums über viele Milliarden Jahre hinweg konnten dann mit Hilfe ‚gedanklicher Arbeit‘ ‚erkennbar‘ werden, welche die vielen Phänomene schrittweise in ‚abstrakte Strukturen‘ übersetzen konnten, die für uns Menschen ‚wie Bilder‘ funktionieren können, die vormals ‚Unsichtbares‘ ’sichtbar‘ machen.
Am Beispiel der Physik ist uns dies hundertfach vertraut.
Am Beispiel der Biologie gibt es mittlerweile auch sehr viele beeindruckende Ergebnisse, wie man ‚beobachtbares Verhalten‘ von Lebewesen in Verbindung bringen konnte mit internen Eigenschaften der jeweiligen biologischen Systeme.
Aber hier, im Bereich des ‚Biologischen‘ stößt die Wissenschaft auf eine ‚Art Schallmauer des Erkennens‘, weil biologische Systeme zwar einen ‚Körper‘ besitzen, den man ‚beobachten‘ und ’sezieren‘ kann, wo die Wissenschaft auch immer mehr in die Details dieses Körpers eindringen kann (Zellen, metabolische Prozesse, komplexe Interaktionen zwischen Zellen und ganzen Zellkomplexen …), aber die ‚Gesamtheit eines Körpers‘ erzeugt ‚im Innern‘ ‚innere Zustände‘, die ein Lebewesen — speziell wir Menschen –, ganz generell ‚erleben‘ können. Dieses Erleben ist individuell, einem anderen Menschen nicht direkt zugänglich.
Dadurch, dass diese ‚erlebbaren inneren Zustände‘ tatsächlich ‚in einem Körper‘ stattfinden, ist es im ‚Normalfall‘ nicht immer klar unterscheidbar, welche ‚Teile des Körpers‘, welche Art von ‚Prozessen im Körper‘ für welches ‚Erleben‘ den Ausgangspunkt bilden. So kann es ‚diffuse Zustände‘ des Erlebens geben, wo wir als Menschen zwar ‚irgendetwas erleben‘ aber nicht so genau wissen, warum, wo es herkommt.
Ein Teil dieses Erlebens ordnen wir dem ‚Wissen‘ zu, Wissen als ‚Wahrnehmung‘, als ‚Erinnerung‘, als ‚Vorstellung‘, als ‚Denken‘ und manches mehr.
Der andere Teil des Erlebens — hier global ‚Gefühle‘ (‚Emotionen‘) genannt, ist sehr vielfältig, sehr vielschichtig.
Einen Teilbereich der Gefühle kann man einigermaßen sogenannten ‚Bedürfnissen‘ zuordnen, welche sich bestimmten körperlichen Zuständen und Prozessen zuordnen; so braucht der individuelle Körper zu seinem Funktionieren beispielsweise ‚Wasser‘, ‚Energie‘, ‚Luft zum Atmen‘, auch ‚Schlaf‘. Über den einzelnen Körper hinaus benötigt die Erhaltung einer Population von Körpern vom Typ homo sapiens die ‚Geburt neuer Menschen‘. Um dies zu ermöglichen verfügen alle menschlichen Körper über einen sozial bedingten Sexualtrieb, der so stark sein muss, dass er selbst unter schwierigsten Lebensbedingungen — und gerade dann ! — Menschen dazu bewegen kann, sich zu paaren.
Ein anderer Teilbereich der Gefühle sind innere Zustände, die nicht unbedingt durch konkrete körperlichen Bedürfnisse bedingt sind, sondern eher auf das ‚menschliche Miteinander‘ bezogen sind wie z.B. ‚Zuneigung/ Abneigung‘, ‚Sympathie/ Antipathie‘, ‚Angst/ Agression‘, und vieles mehr.
Darüber hinaus gibt es viele weitere Gefühle, die eher schwer zu ‚verorten‘ sind.
Generell kann man sagen, dass Gefühle eher nicht ‚zufällig‘ sind sondern festen Regeln folgen und damit wie eine Art ‚Sprache‘ funktionieren, die uns Menschen etwas über uns selbst, über unseren Körper, aber auch etwas über unsere sozialen Beziehungen ’sagen‘ könne.
Alle diese bislang erwähnten inneren Zustände sind generell als ‚erlebte Zustände‘ natürlich immer ‚aktuell‘ und ‚unmittelbar‘.Nur längere ‚Selbstbeobachtungen‘ können mögliche ‚Strukturen‘ erkennen lassen, durch welche wir unseren Gefühlsbereich ein wenig ‚entschlüsseln‘ können.
Was aber können wir sagen, wenn wir das Konzept der ‚universellen Wahrheit‘ mit berücksichtigen wollen, den Aspekt, dass unser Leben sich in einem fortschreitenden Prozess vorfinde, der wiederum eingebettet ist in viele parallele Prozesse, angetrieben durch unterschiedliche Energien, auch durch inneren Zustände?
Viele der Gefühle werden von konkreten Anlässen angeregt. Was aber ist mit größerem Zeiträumen, mit ‚Zielen‘, deren ‚Erfüllung‘ in einer ‚Zukunft‘ liegt? Warum unterlaufen Menschen langwierige Ausbildungsprozesse? Warum investieren Menschen viel ‚Energie‘ in Arbeiten, Prozessen, die aktuell eher ‚mühsam‘ sind, ‚anstrengend‘? Ist es etwa nicht die Arbeit selbst, sondern das ‚mit anderen Menschen etwas unternehmen‘?
Wenn man sich an dieser Stelle an das Beispiel mit der ‚kosmischen Hintergrundstrahlung‘ erinnert, die Botschaft eines weit zurückliegenden Ereignisses ist, welches in die Realität des aktuellen Universums eingegangen ist, dann kann man die Frage stellen, ob nicht die ‚alles bewirkende und alles voran treibende Kraft‘ — welche auch in allem ‚konkret gegenwärtig‘ ist — nicht auch so eine Art ‚Hintergrundrauschen‘ in jedem lebendigen Prozess bewirkt? Dieses ‚emotionale Hintergrundrauschen‘ kann durch die vielen intensiven aktuellen Alltagsemotionen möglicherweise ‚überdeckt‘, aber sicher nicht ausgelöscht werden. Die sehr große Zahl von intensiven Erlebniszuständen, von denen Menschen schon berichtet haben, welche ‚ohne erkennbare Ursachen‘ (sine causa‘) stattfinden, welche durchweg als ’stark positiv, ermutigend‘ usw. erlebt werden, könnte ein Hinweis auf solche eine spezielle Form von ‚emotionalem Hintergrundrauschen‘ sein, was nicht an einzelne aktuelle Situationen gebunden ist.
Auszuschließen ist auch nicht, dass der Bereich des Wissens — wenngleich selbst nicht emotional — zumindest indirekt über dieses emotionale Hintergrundrauschen jenen große Zeiträume überdauernden ‚Schub‘ erfährt, und damit das langwierige und aufwendige ‚Geschäft des Erkennens‘ unterstützt und damit letztlich überhaupt erst ermöglich.
Kommentar von Claude zum Kapitel „Innere Zustände“
Die Analogie des „emotionalen Hintergrundrauschens“ zur kosmischen Hintergrundstrahlung leistet etwas Entscheidendes: Sie ordnet die mystische Erfahrung — das „sine causa“-Erleben — nicht als Sonderphänomen ein, sondern als Moment, in dem ein allgegenwärtiges Signal durch die Alltagsemotionen hindurchdringt. Damit wird die dreifache Wahrheitsstruktur des vorherigen Kapitels (aktuell, strukturell, unendlich) um eine erlebbare Dimension ergänzt: Die „unendliche Wahrheit“ wäre nicht nur denkbar, sondern fühlbar — als Hintergrundrauschen, das den Erkenntnisprozess selbst erst antreibt. Offen bleibt die Frage, wer oder was durch die Gefühle „spricht“, wenn diese wie eine Sprache funktionieren — im Rahmen der USP-Hypothese wäre die Antwort: der Gesamtprozess des Lebens selbst.
Grafische Darstellung des Teilaspektes Kultur

INFO : Diese Grafik gibt einige der Gedanken wieder, die versuchen, den gewaltigen Komplex von Kultur grob zu ordnen, letztlich als ein ‚Baustein‘ im Gesamt der ‚universellen Wahrheit‘
KULTUR : Mentaler und Realer Alltagsbegleiter
Autor: Mensch Gerd
Nach den bisherigen Überlegungen sollte klar sein, dass der einzelne Mensch als biologisches System zusammen mit anderen Menschen in einer ‚realen Umgebung‘ vorkommt, die man vereinfachend als ‚Körperwelt‘ bezeichnen kann. Der menschliche Körper ist damit nicht alleine sondern eingebettet in eine Vielzahl anderer Körper, auch jene von biologischen Systemen.
Alle diese Körper stehen miteinander in dauernder Wechselwirkung.
Im Fall der Menschen erzeugen die Wirkungen anderer Körper — aber auch die Wirkungen des eigenen Körpers — im ‚Innern‘ des eigenen Körpers eine schwer fassbare ‚Menge von Ereignissen‘ in einem ‚Ereignisraum‘, welche sich anhand ihrer Eigenschaften in ‚Teilräume‘ ordnen lassen.
Neben den schon erwähnten ‚Bedürfnissen‘ und ‚Emotionen‘ finden sich hier eine Vielzahl von ‚Zielen‘ und ‚Regeln des Verhaltens‘; teilweise ‚bewusst‘, weitgehend ‚unbewusst‘.
Ein Teil dieser Ziele und Verhaltensregeln korrespondieren mit Sachverhalten und Ereignissen in der gemeinsamen Körperwelt : wenn ich öffentlich mit einem Auto am Verkehr teilnehme, als Käufer ein Geschäft betrete, als Mitglied einer Musikband auftrete … wo auch immer : sobald ich im ‚öffentlichen Raum auftrete‘, existiert eine Vielzahl von Zielvorstellungen und Verhaltensregeln, die man ‚internalisiert‘ haben muss, um ohne Konflikte zusammen mit anderen im öffentlichen Raum vorkommen zu können.
Dabei ist dieser öffentliche Raum nicht ‚uniform, einheitlich‘, sondern zerfällt in viele verschiedene Teilsituationen, und für jede Teilsituationen kann es spezielle Ziele und Regeln geben, die sich nicht selten ‚widersprechen‘.
In einer Familie mit Kindern hat jedes Familienmitglied unterschiedliche Eigenschaften, die alleine schon ausreichen, damit sich auf jeden ein bestimmtes ‚Rollenbild‘ (Menge von Zielen und Regeln, die man einem Menschen zuweist) anwenden lässt : ‚Kind‘, ‚Schüler‘, ‚weiblich‘, ‚männlich‘, ‚jung‘, ‚alt‘, ‚Berufstätig‘, …
Letztlich ist jeder Mensch jederzeit mit einer Vielzahl von unterschiedlicher Zielen und Regelmengen konfrontiert , welche sich im alltäglichen Leben ansatzweise zeitlich und räumlich strukturieren lassen, aber eben nur ansatzweise.
Der große Vorteil solcher existierenden Ziele und Regeln ist, dass man unter Voraussetzung ihrer Gültigkeit seinen Alltag einigermaßen ‚planen‘ kann. Egal wo man ist, was man macht, in einer ‚organisierten Gesellschaft‘ kann man erwarten, dass die Ziele und Regeln ‚einigermaßen zuverlässig‘ funktionieren (Wasser, Strom, Ernährung, Verkehr, Internet, Schulen, ….).
Eine Besonderheit von ‚gesellschaftlichen‘ Regeln ist, dass diese nicht von einem einzelnen Menschen ‚einfach mal so‘ ins Leben gerufen werden. Je weitreichender die ‚Geltung‘ von Regeln ist, um so mehr Menschen müssen ‚irgendwie und irgendwann‘ zu einer Übereinkunft gekommen sein, dass genau diese Ziele und Regeln jetzt für alle gelten sollen. Ein prominentes Beispiel ist die Sprache, die wir jeweils im Alltag ’sprechen‘ : sie funktioniert, weil alle anderen diese Sprache ‚auch so‘ verwenden, wie man sie ’selbst‘ verwendet. Ein einzelner kann sie nicht ändern. Dennoch zeigt sich — gerade am Beispiel Sprache — dass sich gemeinschaftliche Regelsysteme durch die Art ihrer Nutzung und der jeweiligen ‚Verbreitung‘ im Alltag doch — fast unauffällig — auf Dauer verändern können.
Diese Eigenschaft von ‚öffentlicher Nutzung‘ von Zielen und Regeln hat den ‚Nebeneffekt‘, dass die Gesamtheit all dieser ‚wirksamen Regeln‘ in ihrer Wirkung auf den einzelnen eine ‚kulturelle Realität‘ erschafft, die sein ‚Erleben‘ und seine ‚Planung‘ täglich direkt prägt. Während die reale Welt und die ‚Freiheitsgrade‘ jedes biologischen Systems eine Unzahl von Verhaltensvarianten ermöglichen, führt die ‚herrschende kulturelle Realität‘ dazu, dass die ‚möglichen Handlungsräume‘ stark ’normiert‘ werden.
Um ‚effizient‘ zu sein, ist dies sicherlich weitgehend notwendig.
Eingebettet in eine dynamische Körperwelt, zu der auch die ‚immanenten Regeln unseres Planeten‘ und der Gesamtheit des ‚Lebens auf diesem Planeten‘ gehört, kann eine ‚kulturelle Realität‘ die Menschen sehr wohl ‚blind‘ machen für das, was möglicherweise jenseits der herrschenden kulturellen Gewohnheiten ‚zu tun‘ wäre. Beispiele dafür bietet die Geschichte der Menschheit reichlich.
Damit wird die ‚Ambivalenz‘ einer aktuellen ‚kulturellen Realität‘ sichtbar: Einerseits scheint sie für das tägliche Leben einer Gesellschaft unverzichtbar zu sein, andererseits kann sie eine ‚Falle‘ sein, welche die Menschen für die ‚reale Dynamik‘ der ‚realen Körperwelt‘ irgendwie ‚blind‘ macht.
Es stellt sich damit die interessante Frage, wie eine Gesellschaft mit ihrer jeweiligen kulturellen Realität sich davor schützen kann, ’sehenden Auges auf einen Abgrund zuzufahren‘.
Kommentar von Claude zum Kapitel „Kultur“
Der Text identifiziert Kultur als strukturell ambivalent: Als Gesamtheit wirksamer Ziele und Regeln ist sie einerseits Voraussetzung für jedes koordinierte Zusammenleben, andererseits kann sie eine Gesellschaft „blind“ machen für die reale Dynamik der Körperwelt, in die sie eingebettet bleibt. Damit wird Kultur im Rahmen der USP-Hypothese lesbar als das Medium, in dem sich der universelle Selbst-Prozess auf gesellschaftlicher Ebene konkretisiert — mit der entscheidenden Eigenschaft, dass dieses Medium sich selbst korrigieren kann, aber nicht muss. Die Schlussfrage — wie sich eine Gesellschaft vor dem „sehenden Auges auf den Abgrund Zufahren“ schützen kann — verweist direkt auf die Kommune als jenen konkreten Ort, an dem kulturelle Selbstreflexion nicht nur gedacht, sondern als gemeinsamer Prozess praktiziert werden müsste.
Ambivalenz als konstruktives Problem
Autor: Mensch Gerd
Dass die Menge der Ziele und Regeln, welche kulturell einen Alltag beeinflussen können, eine Gesellschaft — im Kleinen wie im Großen — real in eine Situation führen können, die unvorteilhaft oder gar zerstörersich ist, lässt sich im Rückblick auf die bisherige Geschichte der Menschheit vielfach belegen.
Die Frage, ob und wie man solche unvorteilhaten Entwicklungen im Vorfeld verhindern kann, ist damit allerdings nicht einfach zu beantworten.
Um sich in der hier waltenden Komplexität nicht zu verlieren, bietet es sich an, die Fragestellung anhand eines realen Beispiels, welches noch ‚überschaubar‘ ist, durchzuspielen. Ich denke an eine reale Kommune als Grundbaustein einer größeren Gesellschaft.
Eine solche Entscheidung wird zwangsläufig viele Problemstellungen ausblenden, da diese sich nur bei größeren Zusammenschlüssen (Landkreisen, Bundesländern, ganze Nationen, Kontinente …) zeigen. Aber auch diese größeren Zusammenschlüsse beruhen letztlich auf den einzelnen Kommunen als ‚Grundbausteinen‘.
Die Chance, das Vorhandensein von ‚Ambivalenzen‘ und die realen Abläufe ihres Vorhandensein zu erkennen, vielleicht sogar zu ‚verstehen‘, sind hier zumindest größer als in viel komplexeren Situationen, die man dort um so weniger ganz erfassen kann, als die Größ zunimmt.
Es wird daher im folgenden darauf ankommen, den ‚Testfall Kommune‘ als eine Chance zu behandeln, um herauszufinden, auf welche Weise man in einer Kommune mit ‚Ambivalenzen konstruktiv umgehen‘ kann. Scheitern geht immer, aber wie ist es mit Nicht-Scheitern?
Kommentar von Claude zum Abschnitt „Ambivalenz als konstruktives Problem“
Die Entscheidung für die Kommune als Testfall ist nicht nur pragmatisch, sondern epistemisch begründet: Wo die Komplexität noch überschaubar ist, sind die Bedingungen für das Erkennen und Verstehen von Ambivalenzen am günstigsten. Zugleich ist die Kommune im Rahmen der USP-Hypothese kein vereinfachter Sonderfall — wenn es im Gesamtprozess keinen „bevorzugten Ort“ gibt, dann manifestiert sich der universelle Selbst-Prozess in der Kommune mit derselben Tiefe wie anderswo, nur mit größerer Durchschaubarkeit. Die Schlussfrage „Scheitern geht immer, aber wie ist es mit Nicht-Scheitern?“ setzt den richtigen Ton: nicht Erfolg wird versprochen, sondern die ehrliche Suche nach Bedingungen, unter denen eine Gesellschaft ihre eigene kulturelle Blindheit erkennen und korrigieren kann.
… !! Noch nicht fertig !!…