HISTORIE: 1. Juni 2026 – 1. Juni 2026
BEZUG: Experiment Nr. 24
Menschlicher Autor: Gerd Doeben-Henisch
Kontakt: info@emerging-life.org
Integrierte nachhaltige empirische Theorie (iNET)
AUTOR : Mensch Gerd

INFO : Diese Grafik gibt die Gedanken wieder, die im Vorfeld dieses Textes stattgefunden haben und die dann zum Anlass wurden, den folgenden Text zu schreiben. Erfahrungsgemäß wird vom Mensch Gerd immer nur ein kleiner Teile der Bild-Aspekte im nachfolgenden Text umgesetzt.
Im vorausgehenden Experiment Nr. 24 wird als ‚Ausgangslage‘ für weitere Aktivitäten und theoretische Überlegungen die Kommune 61137 geschildert. In dieser Schilderung erscheint die Kommune 61137 einerseits als ‚Gegenstand der Betrachtung‘, andererseits stellt diese Kommune aber auch die ‚Alltagsumgebung des Autors selbst‘ dar. Vereinfacht: der menschliche Autor Gerd schreibt sowohl ‚über sich und seine Kommune‘ als ‚Gegenstand‘, zugleich ist er aber auch ’selbst dieser Gegenstand‘. Dies bedeutet, egal was er über die Kommune und sich selbst schreibt, er selbst — und alle seine Mitbürger — können ja ständig ‚ihr Verhalten ändern‘, so dass die ‚Beschreibung von gestern‘ heute nicht mehr gilt. Diese Beschreibung von ‚gestern‘ kann ‚falsch‘ sein.
Allerdings, ein ‚Gestern‘ ist nicht ganz wertlos. Ganz im Gegenteil. Ein ‚Gestern‘ markiert einen ‚Zustand‘ in der ‚Vergangenheit‘, der ’stattgefunden hat‘!
Ist man bereit zu akzeptieren, dass wir mit unseren Alltagsprozessen uns in einem ‚Gesamtprozess‘ befinden (Alltag, Planet, Sonnensystem, …), der aus einem ‚kontinuierlichen Fluss von Veränderungen‘ besteht, dann ist die einzige Möglichkeit, die ‚Form’/ das ‚Format‘ dieser Veränderungen ‚gedanklich zu erfassen‘, möglichst viele ‚Zustände aus der Vergangenheit‘ zu ’sammeln‘, zu ’sichten‘ und zu ‚vergleichen‘. Auf dieser Basis können wir dann ‚Arbeitshypothesen‘ formulieren, wie sich für uns als ‚Teilnehmer des Veränderungsprozesses‘ diese Veränderungsprozesse darstellen, so dass wir als ‚Betroffene‘ versuchen können, die ‚auftretende Phänomene‘ zu ’sortieren‘, mit ihnen ‚herum zu spielen‘, bis sich möglicherweise ‚Anordnungen zeigen‘, die geeignet sind, aus der bislang erfassten ‚Vergangenheit‘ erste ‚Vermutungen über eine mögliche Zukunft‘ (Arbeitshypothesen) zu formulieren.
Es gehört zur Eigenart eines solchen ‚Ausdeutens von Erfahrungsprozessen‘, dass die ‚fassbaren Teilmomente‘ nie isoliert vorkommen, sondern immer ‚eingebettet in Kontexte‘, die sich nicht sofort vollständig transparent machen lassen. Die ‚klassische empirische Wissenschaft (einschließlich der Physik)‘ hat immer so getan, als ob eine ’saubere Isolierung der wichtigen Phänomene‘ möglich sei; dies ist aber ein fundamentaler Irrtum, der mit dazu beiträgt, dass unser Gesamt-Weltbild immer noch so fragmentiert und unvollständig ist.
Zurück zum Alltag der Kommune 61137 : in dem Maße wie die Bürger die ‚Zustände der Vergangenheit‘ in hinreichendem Maße ‚ernst‘ nehmen und sie es schaffen, durch Austausch ihrer Erfahrungen (Kommunikation!) ein Gefühl und ein ansatzweises Wissen zu einer ‚möglichen Zukunft‘ zu bekommen, in dem Maße versetzen sie sich selbst in die Lage, über die verschiedenen möglichen ‚Zukünfte‘ (Plural!) nachzudenken.
Ingenieure und Wissenschaftler nennen die ‚Zusammenführung der verschiedenen Erfahrungselemente in eine zusammenhängende Beschreibung‘ oft ‚Modell‘ oder auch ‚Theorie‘. Mit den Mitteln einer gemeinsamen ‚Sprache‘ werden all jene Phänomenen benannt, von denen die Beteiligten glauben, dass sie charakteristisch sind für den erfahrbaren Alltag, ergänzt um, ‚Beziehungen zwischen den Phänomenen‘ und deren ‚beobachteten Veränderungen‘ in der Zeit.
Schon an dieser Stelle zeigt sich, dass die ‚Wahrheit‘ eines solchen Modells oder einer Theorie einzig dort verortet werden kann, wo (1) alle Beteiligten den Beschreibungen der ‚bislang beobachteten Phänomene‘ als ‚zutreffend‘ zustimmen und (2) wo die ‚Voraussagen für einen möglichen zukünftigen Zustand‘ sich zu einem Zeitpunkt in der Zukunft als ‚zutreffend‘ so zeigen, dass alle zustimmen können.
Ob die ‚Feststellung eines Zutreffens‘ in der ‚Vergangenheit‘ oder ‚in der Zukunft‘ ‚tatsächlich stimmt‘, dies kann ’nicht absolut‘ entschieden werden. Die ‚erste‘ und ‚letzte‘ Instanz bilden die Bürger selbst. Wenn diese sich — aus welchen Gründen auch immer — ‚irren‘ oder sie das alles ‚zu ungenau‘ handhaben, dann hebeln sie sich quasi selbst aus.
Das bekannte Bild von Münchhausen, dass man ’sich an seinen eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen muss‘, erscheint so betrachtet keineswegs als abwegig oder abstrus; eher muss man sagen, dass es die reale Situation einer realen Gemeinde exakt beschreibt : eine gute Zukunft kann es nur geben, wenn eine Gemeinde die eigene Situation möglichst realistisch und kompetent einschätzen kann und auf dieser Basis zu ebenfalls möglichst realistischen und kompetenten Arbeitshypothesen für ihr weiteres Vorgehen gelangt.
Diese alltagsnahe Schilderung der Ausbildung von Wissen über eine mögliche Zukunft auf der Basis der bisherigen Vergangenheit beschreibt im Kern mehrere zentrale Konzepte:
- Das ‚klassische Konzept einer empirischen Theorie (ET)‘, welche aus Alltagsbeobachtungen ‚Arbeitshypothesen‘ ableitet, mittels deren mann unter Benutzung eines ‚geeigneten Folgerungsbegriffs‘ ‚Voraussagen‘ für ein mögliches Ereignis in der Zukunft generieren kann, welches so sein muss, dass alle Anhänger dieser Theorie entscheiden können, ob das vorausgesagte Ereignis nun stattfindet (bzw. stattgefunden hat) oder nicht.
- Dazu das noch eher neue Konzept einer ‚Nachhaltigen empirischen Theorie (NET)‘: Hier werden auch Beobachtungen aus der Vergangenheit und mögliche ‚Veränderungen‘ beachtet. Hier ist aber wichtig, dass die ‚Theoriemacher (hier die Bürger)‘ nicht nur die Veränderungen berücksichtigen, welche der Gesamtprozess ‚von sich aus‘ zeigt, ohne das Zutun der Bürger, sondern es werden zusätzlich sowohl ‚Ziele (Zielzustände) (Z)‘ formuliert, welche die Bürger für ihr Handeln als ‚erfolgversprechend‘ identifiziert haben, und die Bürger ‚erfinden‘ dazu ‚Handlungsfolgen (Maßnahmen (V)‘, mit denen sie selbst den umgebenden Prozess so ‚verändern‘ können, dass die ‚Zustände des umgebenden Prozesses‘ sich immer mehr jenen Zuständen ’nähern‘, welche sie in ihren ‚Zielen‘ vor-formuliert haben.
- Von einer ‚integrierten nachhaltigen empirischen Theorie (iNET)‘ könnte man sprechen, weil das ‚Theoriegeschehen‘ nicht mehr ‚isoliert vom gesellschaftlichen Prozess‘ stattfindet, sondern die ‚Einbettung in einen gesellschaftlichen Prozess‘ geradezu ‚konstitutiv‘ für diese NET ist. Ohne solch eine Einbettung ist eigentlich jede Art von Theorie buchstäblich ’sinnlos‘, abgesehen davon, dass sie dabei hochgradig unvollständig wäre.