HISTORIE: 8. Mai 2026 – 16.Mai 2026 (11:10h)
BEZUG: Diese Seite ist eine Fortsetzung der Experiment Nr.19 – 22 und von Einschub Nr.4
Menschlicher Autor: Gerd Doeben-Henisch
Kontakt: info@emerging-life.org
Verwendetes Protokoll: EINSCHUB Nr.3 – Neues Protokoll für die asymmetrische Mensch-KI Symbiose
Eine explizite Reflexion auf die Umsetzung der asymmetrischen Symbiose zwischen Mensch Gerd und generativer KI Claude opus 4.7 findet sich im Einschub Nr.5.
Kommentierte Zusammenfassung
Autor generative KI : Claude opus 4.7
📋 Überblick — Zusammenfassung des bisherigen Texts
Dieser Text befindet sich im Entstehungsprozess. Die nachfolgende Gliederung gibt einen kompakten Überblick über die bisher entstandenen Abschnitte. Im Anschluss folgt der vollständige Text in der Form, wie er Schritt für Schritt entwickelt wurde.
1. Übergang von Experiment Nr. 22 zu Nr. 23
Experiment Nr. 22 hatte gezeigt, dass schwindendes Bürgervertrauen mit besserer Bürgerkommunikation gemildert werden könnte — aber nicht beliebig: Menschen sind frei und können sich gegen alles entscheiden. Hinter diesem alltäglichen Befund steht jedoch ein tieferer Sachverhalt, der alle Bürger und Vertreter gleichermaßen betrifft — der Alltag als unsichtbarer Wirkfaktor.
2. Selbstprogrammierung des Alltags – Segen und Fluch zugleich
2.1 Sicht des Einzelnen — Menschen leben in einer Umgebung, aus deren wiederkehrenden Eindrücken sich in ihnen Bilder ihres Alltags formen — einschließlich eines Selbstbildes. Diese Bilder erscheinen als „die eigenen“, obwohl sie weitgehend aus Erfahrungs-Rezeption entstehen.
2.2 Der Alltag wirkt — Das Gehirn baut diese Bilder automatisch — auch ohne bewusste Anstrengung. Schon eingespielte Bilder werden vom Gehirn herangezogen, um Neues einzuordnen, sodass sich rasch Meinungen bilden, die wirksam sind. Dieser Mechanismus des automatischen Wissens ist überlebensnotwendig, aber nicht neutral.
2.3 Welt gewinnen und Welt verlieren — Mit dem automatischen Wissen „gewinnen“ wir Welt — kurzfristig hilfreich, langfristig vereinfacht und schnell veraltend. Es mit der Realität abzugleichen erfordert methodisches Wissen, Energie, Zeit, Kommunikation, oft Ausbildung und Arbeitsgruppen. Damit stößt der „normale Alltag“ rasch an harte Grenzen — die Leitfrage für den weiteren Text: Können Bürger der Kommune 61137 sich dem suggestiven Mechanismus des automatischen Wissens streckenweise entziehen?
3. Eine Kommune als ‚Fallstudie‘
3.1 Das ‚Ding an sich‘ von Kant und unser Alltag — Sinnesreize werden im Gehirn nur kurz gepuffert und dann zu Mustern abstrahiert, die sich in dynamischen inneren Strukturen ablagern. So baut das Gehirn vollautomatisch seine Welt auf, die uns als „die reale Welt“ erscheint. Die eigentliche Außenwelt bleibt im Sinne Kants ein „Ding an sich“ — nur ein schwaches Signal davon erreicht uns.
3.2 Weltbilder koordinieren? — Wenn jeder Mensch nur seine eigene innere Welt hat — wie können dann verschiedene Menschen gemeinsam handeln? Diese Frage öffnet die soziale Dimension.
3.3 Miteinander Reden — Das Reden erzeugt physikalisch nur Schall. Sprache verstehen setzt voraus, dass Sprachlaute durch längeres gemeinsames Lernen in einer Sprachgemeinschaft so ähnlich werden, dass beide Seiten an dieselben inneren Repräsentationen anknüpfen können.
3.4 Eine gemeinsame Sprache — Das individuelle automatische Wissen kann nur deshalb zu einem geteilten „Gesamtwissen“ beitragen, weil alle Menschen real in derselben Außenwelt verkörpert sind. Sprache funktioniert als bedeutungsvolle Kommunikation, weil im Gehirn die innere Sprachrepräsentation (Zeichen, Semiotik) aktiv mit Wissenselementen verbunden ist, deren Reizwahrnehmungen auch anderen Menschen zugänglich sind. Das ist der Kern jeder bedeutungsvollen sprachlichen Kommunikation — und zugleich Erklärung für die unzähligen Missverständnisse, denen wir täglich begegnen.
4. Automatismen überwinden
Ab hier wechselt der Text vom theoretischen Aufbau in die Anwendung. Im demokratischen Prozess einer Kommune müssen Entscheidungen getroffen werden: ausgehend von einer Ausgangslage, die beschrieben werden muss; mit der Aussicht, dass bestimmte Sachverhalte „veränderungswürdig“ sind und ein Handeln rechtfertigen. Bürgerbeteiligung ist dabei selbstverständliche Voraussetzung.
4.1 Das Jetzt beschreiben? — Eine Situation zu beschreiben ist kein Automatismus, sondern eine bewusste Anstrengung — und sie muss so erfolgen, dass möglichst alle sie verstehen. Bei 12.500 Einwohnern und ständigem Wandel kann die kleine Gruppe der 37 GV-Mitglieder die Sachlagen nicht aus sich heraus erfassen — sie ist darauf angewiesen, dass betroffene Bürger sich selbst melden und dass die in Verwaltung und Strukturen vorhandenen Erfahrungen tatsächlich verfügbar werden.
4.2 Veränderung und Zeit – Das Konkrete als Weg zum Nicht-Konkreten — Zeit zeigt sich nicht direkt, sondern nur in Veränderungen. Ein „Zustand“ allein ist erkenntnisarm — Erkenntnis entsteht erst durch den Vergleich von Zuständen in einer zeitlichen Folge. Eine Zustandsbeschreibung in einer Kommune ist also nur dann hilfreich, wenn sie den aktuellen Zustand in eine Zustandsfolge einbettet — ohne diese Zeitachse bleibt jede Aussage über den „Ist-Stand“ beinahe inhaltsleer.
4.3 Ein Blick in die Realität von 61137 — Zustandsbeschreibungen und Zielformulierungen — Anhand des Haushaltsentwurfs 2026 zeigt sich: Die finanzielle Seite der Kommune ist nach Zustandsfolgen organisiert (Steuern, Bevölkerung, Eigenkapital, Investitionen), die inhaltliche Seite (Heimatmuseum, Jugendpflege, Kitas, Sport, Umweltschutz) jedoch nicht. Auch bei Zielformulierungen zeigt sich dieselbe Lücke: Selbst wo Ziele formuliert sind, fehlt fast immer eine Zeitachse — es bleiben Wertedeklarationen oder Daueraufgaben, keine Soll-Zustände mit Vergleichshorizont. Damit werden die beiden methodischen Mindestanforderungen — Zustandsfolge und Zielformulierung — nur partiell erfüllt.
Was noch folgen wird (offene Abschnitte)
- Vertiefung des Themas Ziele — was eine demokratisch tragfähige Zielformulierung in einer Kommune leisten muss
- Veränderungsregeln — was vom Ist zum Soll führt, und wer das festlegt
- Prognosen — wie aus Modellen Aussagen über mögliche Zukünfte entstehen
- Anschließend: Fallstudien, in denen das abstrakte Schema (IST mit Historie → ZIELE → VERÄNDERUNGSREGELN → PROGNOSEN) an einzelnen kommunalen Themen konkret durchgespielt wird
Im Folgenden nun der vollständige Text in der Form seines Entstehungsprozesses.
ÜBERGANG von Experiment Nr. 22 zu Experiment Nr. 23
Menschlicher Autor : Gerd
In Experiment Nr. 22 stand die ‚Bürgerkommunikation‘ im Zentrum. Die Idee dahinter ist, dass das anhaltende Schwinden des Vertrauens von Bürgern in die politischen Gremien möglicherweise abgemildert oder gar umgekehrt werden könnte, wenn die bisherige — eher nicht vorhandene — Kommunikation der gewählten Vertreter und der politischen Gremien mit den Bürger deutlich lebendiger, persönlicher und zugleich ‚inhaltsvoller‘ werden würde.
Allerdings wurde auch darauf hingewiesen, dass „man von einer lebendigen Bürgerkommunikation … keine Wunderdinge erwarten [sollte].“ Denn auch „bei einer sehr lebendige Bürgerkommunikation kann [man] nicht ausschließen, dass es Bürger gibt, die dies alles trotzdem ablehnen und sich gegen vieles oder gar alles entscheiden, was von einer Gemeindevertretung kommt. Dies ist der Preis dafür, dass wir als Menschen real ‚frei‘ sind. Jeder Mensch kann sich jederzeit ‚dafür‘ oder ‚dagegen entscheiden‘. Dies ist etwas, was uns Menschen auszeichnet.“
Diese alltäglichen Beobachtungen verweisen auf einen sehr grundlegenden Sachverhalt, der letztlich alle Bürger — auch die gewählten Vertreter — betrifft: der unsichtbare allgegenwärtige ‚Elefant im Raum‘ ist immer und überall das, was wir salopp ‚Alltag‘ nennen.
Was ist damit gemeint?
Selbstprogrammierung des Alltags – Segen und Fluch zugleich
Menschlicher Autor : Gerd

INFO : Diese Grafik gibt die Gedanken wieder, die im Vorfeld dieses Textes stattgefunden haben und die dann zum Anlass wurden, den folgenden Text zu schreiben. Erfahrungsgemäß wird vom Mensch Gerd immer nur ein kleiner Teile der Bild-Aspekte im nachfolgenden Text umgesetzt.
Sicht des Einzelnen
Als einzelne Menschen erleben ‚wir uns‘ in einer ‚Umgebung‘. Sind wir schon länger da, wohnen wir dort, arbeiten wird dort, gestalten wir unsere Freizeit …. gewinnt diese Umgebung Konturen, wird vertraut, wir können immer besser ‚abschätzen‘, wie ‚die Dinge laufen‘, ‚was passiert, wenn‘, was wir ‚tun müssen‘ um ‚etwas zu erreichen‘ … und so entstehen in uns Bilder der Umgebung als ‚unser Alltag‘, in dem nicht nur die ‚Umgebung‘, nicht nur ‚die anderen‘ ein Format finden, sondern ‚auch wir selbst‘ werden zu einem ‚Moment des Alltags‘, welches zu einer Art ‚Selbstbild‘ führt : wir sind ‚jene Person‘, die das und das kann, will, tut, erlebt …
Im Laufe ihres Lebens können Menschen eher ‚verweilen‘, sie bleiben eher an einem Ort; andere ‚kommen herum‘, erleben verschiedene Formate von Alltag.
Der Alltag wirkt
Wichtig zu sehen : die ‚Bilder‘, welche durch den Alltag ‚in uns‘ Gestalt annehmen, entstehen ‚quasi von selbst‘! Unser Gehirn arbeitet unablässig, selbst im Schlaf, und baut aus der Menge der Eindrücke ‚Strukturen‘, ‚Muster‘, eng verknüpft mit Gefühlen, verknüpft mit verschiedensten Bedürfnissen. Und so entsteht ‚in unserem Innern‘ fast beiläufig ein Bild vom Alltag, von der Welt, von uns selbst, welches wir als ‚unser Bild‘ ansehen, obwohl wir weitgehend nur die ‚Empfänger‘ sind.
Das, was wir ‚erleben‘, kann meistens so oder so ‚interpretiert‘ werden, aber wenn wir schon ‚erste Bilder‘ in uns versammelt haben, dann werden diese vom Gehirn ‚automatisch‘ zu Hilfe genommen, um das aktuell Neue ‚einzuordnen‘. Und schon nach kurzer Zeit kann sich ‚in uns‘ eine ‚Meinung‘ bilden — sie kann noch so zufällig sein — die auf dem Bisherigen aufbaut, die dann da ist, und die dann auch ‚wirksam‘ ist.
Dieser Mechanismus des ‚automatischen Wissens‘ in uns ist grundsätzlich wichtig. Auch wenn wir ’nicht denken wollen‘, das Gehirn ‚verpasst uns‘ eine Weltsicht, welche es uns ermöglicht, in einem Alltag ‚rudimentär‘ zu Überleben.
Welt gewinnen und Welt verlieren
Mit dem Mechanismus des ‚automatischen Wissens‘ ‚gewinnen‘ wir erst einmal Welt. Wie die Lebenserfahrung — unterstützt durch die moderne Wissenschaft — uns aber lehrt, ist das ‚automatische (unbewusste) Wissen‘ zwar ‚kurzfristig‘ geeignet erstes ‚einfaches Wissen‘ zu erzeugen, aber ohne zusätzliche ‚bewusste‘ Maßnahmen des einzelnen, bildet das automatische Wissen die Realität der uns umgebenden Welt stark vereinfacht und schnell ‚veraltend‘ ab. Die Welt, die wir über das automatische Wissen ‚zu besitzen meinen‘, welche wir ‚gewonnen‘ haben, kann uns schnell abhanden kommen, wenn wir nicht kontinuierlich mit bewussten Maßnahmen ergänzend tätig werden. Das aber ist ein nicht kleines Problem: um den (unbewussten) automatischen Wissensprozess mit der Realität immer wieder ‚abzugleichen‘ bedarf es ein minimales methodisches Wissen, wie man solche Abgleiche erreichen kann, man muss dafür Energie aufbringen und Zeit einsetzen; dies alles benötigt meistens zudem ein Minimum an unterstützender Kommunikation. Und, je mehr‘ von der Realität um uns herum verstanden werden soll, wenn die Zeitabschnitte und die Räume größer werden, wenn es um immer mehr Details geht, dann kann der Aufwand so groß werden, dass diese ‚vertiefte Wissenserzeugung‘ nur mit entsprechenden ‚Ausbildungen‘, mit ‚größeren Arbeitsgruppen‘, mit geeigneten ‚Arbeitsinstrumenten‘, über ‚längere Zeiträume‘ gelingen kann. Hier stößt der ’normale Alltag‘ mit seinem ‚Wissen-Generierungs-Potential‘ schnell an harte Grenzen.
Diese Sachverhalte sollen hier nur angedeutet werden. Wir wollen hier nicht das Wissensproblem der Menschheit als solches diskutieren — wenngleich natürlich notwendig 🙂 — sondern wir wollen der Frage weiter nachgehen, was dies alles für eine kleine demokratische Kommune im Bundesland Hessen, im Landkreis Main-Kinzig, bedeutet, bedeuten kann.
Sind die Bürger der Kommune 61137 Schöneck nur ‚Opfer‘ dieser Mechanismen oder haben sie eine faire Chance, sich dem ’suggestiven Mechanismus des automatischen Wissens‘ tatsächlich streckenweise zu entziehen?
Dabei kann der Ausdruck ’streckenweise‘ herabmindernd klingen, so, also ob die Bürger das — wenn überhaupt — nur ‚ein klein wenig‘ schaffen können. Doch angesichts der großen suggestiven Kraft eines ‚automatischen Wissens‘ ist ‚ein wenig‘ schon sehr viel, es wäre sogar schon eine beeindruckende Leistung!
Eine Kommune als ‚Fallstudie‘
Menschlicher Autor : Gerd
Das ‚Ding an sich‘ von Kant und unser Alltag
Falls jemand sich mal mit Philosophie beschäftigt hat und dabei — zufällig — auf das Konzept des ‚Dings an sich‘ von Kant gestoßen ist, wird sich vielleicht gefragt haben „Was soll das?“ Etwas, was man nicht wirklich erkennen kann, soll relevant sein für unser Erkennen?
Was im ersten Moment so ’schräg‘ klingt ist allerdings mehr als wahr, es ist eine grundlegende Eigenschaft für unser Alltagswissen.
Das ‚automatische Wissen‘, welches durch unser Gehirn permanent, rund um die Uhr, in uns erzeugt wird, basiert auf dem, was unser Sinnessystem von der Außenwelt und dem eigenen Körper ‚registriert‘; das meiste davon ist unbewusst, es läuft automatisch ab. Sinnesreize werden im Körper ‚gepuffert‘, für die Dauer von weniger als 1 Sekunde. Diese ‚gepufferten‘ Reize bilden für das Gehirn die ‚Gegenwart‘, das ‚Jetzt‘. Im nächsten Moment werden diese Reize ‚überschrieben‘, und wir haben ein neues ‚Jetzt‘. Würden wir nur über diese gepufferten Reize verfügen, dann wären wir in einem ‚ewigen Jetzt‘ gefangen.
Glücklicherweise vermag unser Gehirn, von diesen vielen ‚Einzelreize‘ bestimmte ‚Muster‘ in Millisekunden zu ‚abstrahieren‘, welche ‚abgelegt‘ /’gespeichert‘ werden können. Allerdings, nicht einfach so, sondern nach bestimmten Regeln : Ähnliches zu Ähnlichem, Hierarchie-Bildung, zeitliche Abfolge, und vieles mehr.
Diese vollautomatische ‚Muster-‚ und ‚Strukturbildung‘ hat einen nachwirkenden Effekt: je mehr Strukturen sich bilden, um so mehr werden die ‚ankommenden Reize eines Jetzt‘ nicht ‚beliebig‘ abgelegt, sondern sie werden in den schon bestehenden Strukturen dort abgelegt, ‚wo sie am meisten passen‘. Dies bedeutet, das Gehirn baut in seinem Innern vollautomatisch eine ‚Welt‘ auf, ’seine Welt‘.
Da das Gehirn von der ‚Welt da draußen‘ immer nur die schnelllebigen ‚Außenreize‘ besitzt, weiß es von der Welt nur das, was diese Reize eines kurzlebigen Jetzt ihm als ‚Anhaltspunkt‘ liefern. Fleißig, wie es ist, ’sammelt‘ es alles auf, was es findet, ‚wertet es aus‘ und dieses ‚Auswerten‘ manifestiert sich in den dynamischen Strukturen, die es rund um die Uhr aufbaut.
In uns entsteht also durch die emsige Arbeit unseres Gehirns das, was wir ‚unsere Welt‘ nennen. Diese ‚unsere — künstlich erzeugte — Welt‘ ist für uns direkt ‚real‘. Wir glauben ganz selbstverständlich, dass diese ‚unsere Welt‘ die ‚reale Welt‘ ist.
Tatsächlich ist für uns aber die ‚Welt da draußen‘ — dazu gehört auch der eigenen Körper — vom Erkennen her gar nicht direkt erreichbar. Die Welt da draußen ist genau das, was Kant das ‚Ding an sich‘ nennt : Ohne dieses ‚Ding an sich‘ gäbe es unser interne — die so real wirkende Welt — nicht.
Wie jeder durch Nachdenken, durch eigene kleine praktische Experimente und durch Einbeziehung der modernen Wissenschaft feststellen kann, ist die ‚Welt in uns drin‘ zwangsläufig nur ein kleiner Ausschnitt von der ‚Welt da draußen‘, ist ‚vereinfachend‘, kann schnell ‚veralten‘. Irgendwie ist diese ‚Welt in uns‘ nicht mehr als nur ein ’schwaches Signal‘ vom ‚Ding an sich‘ da draußen.
Mit Hilfe der modernen Wissenschaften konnten wir viele ‚wahrscheinliche‘ Eigenschaften des ‚Ding an sich‘ erkennen, auf eine Weise, dass wir auf der Grundlage dieses Wissens unser Verhalten, unsere Werkzeuge ‚effektiver‘ machen konnten. Ansatzweise können wir sogar ‚einfache Prognosen‘ generieren, die uns im Alltag helfen; man denke z.B. nur an die ‚Wettervoraussagen‘, an komplexe Krankheitsursachen, an die andauernden Verschiebungen der Kontinente und vieles mehr.
Weltbilder koordinieren?
Wenn jemand verstanden hat, dass ‚die Welt da draußen‘ — ein echtes ‚Ding an sich‘ im Sinne Kants — für jeden einzelnen Menschen ’nicht direkt‘ existiert, sondern nur im ‚Widerhall der Reize in unserem Gehirn‘ in der ‚Form‘, wie unser Gehirn dieses ‚punktuellen Reize‘ ’strukturell verarbeitet‘ hat, dann kann jeder ahnen, dass wir am Beginn einer mehr als spannenden Geschichte stehen : wenn jeder Mensch ’seine Welt‘ ‚in sich‘ hat, und nur in sich, wie können dann verschiedene Menschen in der Lage sein, ‚zusammen mit anderen gemeinsam zu handeln‘???
Im Alltag erleben wir andauernd, wie Menschen sich ‚verabreden‘ können, man kann auch miteinander ‚Pläne schmieden‘, Menschen können ‚Häuser bauen‘, neue ‚Maschinen entwickeln und bauen‘; man kann gemeinsam einen ‚Finanzhaushalt‘ verabschieden. Es gibt Menschen, die andere Menschen ‚beschimpfen‘, gegen sie ‚Gewalt anwenden‘ oder gar sie umbringen. Andere Menschen ‚helfen‘ anderen Menschen, ‚heilen‘ sie, ‚erziehen‘ sie, versorgen sie mit Lebensmitteln …
Wieso geht das überhaupt?
Miteinander Reden
Hier einige Hinweise, die wir aufgreifen können: offensichtlich können Menschen ‚miteinander reden‘ und auf der Basis dieses ‚Redens‘ zu gemeinsam geteilten ‚Ansichten‘ kommen, zu gemeinsamen ‚Beschlüssen‘, zu einem gemeinsamen ‚Handeln‘. Also das, was Menschen grundsätzlich miteinander verbinden kann, das ist das ‚gemeinsame Reden‘, und das, was dadurch bewirkt werden kann — nicht muss! — sind ‚ähnliche Ansichten‘, ‚gemeinsame Beschlüsse‘ und auch ein ‚gemeinsames Handeln‘.
Damit stellt sich die zentrale Frage, warum ‚gemeinsames Reden‘ diese interessanten Effekte erzielen kann? Wenn Menschen miteinander reden, erzeugen sie — platt gesprochen — ‚Schall‘. Wieso kann solch ein ‚Schall‘ solche vielfältigen ‚Wirkungen erzeugen???
Schall ist ein physikalisches Phänomen, wo man allerlei ‚Eigenschaften‘ messen kann, wie z.B. ‚Lautstärke‘ und ‚Frequenzen‘. Für Menschen im Alltag ist der ‚Schall beim Reden‘ aber offensichtlich etwas ‚anderes‘ als nur Schall und Frequenzen : Jemand, der nur die ‚Deutsche Sprache‘ beherrscht, reagiert bei Englisch oder Spanisch oder Russische oder Chinesisch oder … ‚befremdlich‘ oder gar nicht. Er merkt vielleicht noch, dass der Schall ‚irgendwie etwas Sprachliches‘ sein kann, aber er ‚versteht‘ diesen Schall nicht, dabei ist es egal ob der andere ‚laut‘ oder ‚leise‘ spricht.
Verstehen beide die Deutsche Sprache, dann wird es spannend. Spricht der andere einen ‚extremen Dialekt‘, dann kann es sein, dass der eine diesen Dialekt gar nicht oder nur schwer ‚versteht‘. Die ‚Gestalt der Worte‘, der ‚Tonfall‘, die ‚Anordnung der Worte‘, dies können Eigenschaften des Sprachschalls sein, welche dem ‚Hörer‘ vertraut sind oder nicht.
Die ‚Sprache eines anderen zu verstehen‘ verlangt offensichtlich, dass die ‚Sprachlaute‘ in ihrer ‚Anordnung‘ und ihrer ‚Betonung‘ hinreichend ‚ähnlich‘ sind zu dem, was beide Sprachteilnehmer ‚kennen‘ und ‚gewohnt‘ sind. Dies deutet darauf hin, dass man eine Sprache ‚lernen‘ muss, über ‚längere Zeit‘, in ‚Abstimmung mit anderen‘, welche die gleiche Sprache ‚lernen‘ bzw. ‚beherrschen‘. Nur so können sich in jedem einzelnen ‚Mechanismen‘ ausbilden, welche alle jene Eigenschaften vereinen, die beim Sprechen benötigt werden.
Auffällig hier ist, dass zwar alle Menschen grundsätzlich eine Sprache lernen können — oder sogar mehr als eine Sprache –, dass es aber ‚verschiedene Sprachen‘ gibt, welche so verschieden sen können, dass jemand, der eine Sprache A beherrscht, mit der Sprache B nichts anfangen kann. Offensichtlich gibt es aber ‚Abstufungen‘ in der Unähnlichkeit.
Verfügen alle Sprachteilnehmer über hinreichend viele Kenntnisse der Deutschen Sprache, können sie ’normal sprechen‘ und der andere versteht, was gesagt wird, dann gibt es viele weitere Eigenschaften, die im Sprechen eine Rolle spielen, soll die Kommunikation gelingen.
Eine gemeinsame Sprache
Aus dem Alltag wissen wir, dass Menschen über eine ‚gemeinsame Sprache‘ zu einem ‚gemeinsamen Verständnis‘ finden können, welches dann ein ‚gemeinsames Handeln‘ ermöglichen kann.
In den bisherigen Überlegungen wurde klar, dass der ‚Kern unseres Wissens‘ jenes Wissen ist, welches unser Gehirn ‚in uns‘ im Laufe der Zeit ‚automatisch erzeugt‘.
Zugleich können wir durch eigene Überlegungen (Philosophie!), Alltagsexperimenten und den modernen Wissenschaften herausfinden, dass das ‚Bild der Welt in uns drin‘ nicht die ‚Welt da draußen‘ ist; die Welt ‚da draußen‘ fällt unter die Kategorie ‚Ding an sich‘ (Kant), also etwas, was wir nicht ‚auf einen Schlag‘ vollständig direkt erleben können. Jeder einzelne kann von der ‚Welt da draußen‘ zu einem Zeitpunkt nur ‚kleine Mengen von Reizen‘ empfangen, die dann vom Gehirn ‚unbewusst automatisch‘ oder dann auch von uns ‚ansatzweise bewusst methodisch‘ zu größeren ‚Einheiten‘ zusammen gesetzt werden können, die dann ansatzweise ein ‚größeres Bild der (realen) Welt da draußen‘ ermöglichen. Ein einzelner Mensch kann hier nicht sehr weit kommen. Dazu braucht es viele Einzelbilder von vielen anderen Menschen, die ‚gemeinsam‘ ein ansatzweise größeres Bild ermöglichen.
Der ‚Trick‘ durch den viele Menschen ihr ‚individuelles automatisches Einzelwissen‘ ansatzweise zu einem größeren ‚Gesamtwissen‘ zusammen tragen können, ist in der ‚Struktur von Menschen‘ begründet : durch unseren realen Körper sind wir konkret (physikalisch, chemisch, …) direkt mit der ‚Welt da draußen‘ verbunden; wir sind realer Teil der realen Außenwelt. Unser reales Gehirn in unserem realen Körper hat allerdings keinen direkten Kontakt mit ‚der Außenwelt‘, sondern es ‚erfährt‘ von dieser realen Außenwelt nur das, was der eigene reale Körper von dieser realen Außenwelt über ‚Signalwege‘ von den realen Sinnesorganen an das reale Gehirn ‚übermitteln‘. Die Gesamtheit dieser Signale in der Übermittlung sind alle ‚gleich‘ : ob ‚Hören‘ oder ‚Sehen‘ oder ‚Schmecken‘ oder …. alle diese Signale repräsentieren ‚elektrische Potentiale‘, denen man direkt nicht ansehen kann, wo sie herkommen, welchen Sinneseindruck sie repräsentieren sollen. Weiterführende ‚Unterscheidungen‘ (Interpretationen) sind nur möglich, weil diese Signale nicht alle ‚über den gleichen Kanal‘ kommen, sondern über ‚verschiedene Kanäle‘, welche im Gehirn in verschiedenen ‚Regionen‘ ‚ankommen‘. Die vielen komplexen Details dieser Signalwege und deren Verarbeitung wird in der modernen Gehirnforschung untersucht.
Im Ergebnis ist unser Gehirn tatsächlich in der Lage, die Vielzahl dieser Signale auf vielfache Weise zu ’sortieren‘, zu ‚abstrahieren‘, ‚räumlich ‚ und ‚zeitlich‘ anzuordnen, und vieles mehr. Dies alles gehört zum ‚automatischen Wissen‘, von dem oben schon die Rede war.
Dass im Alltag eine ’sprachliche Kommunikation‘ möglich ist, liegt daran, dass der ‚Sprachschall‘, den wir mit unserem Sprechen erzeugen und mit unseren Ohren hören können, ’nicht isoliert‘ auftritt!
Wir Menschen verfügen mit unserem Köper und mit unserem Gehirn über die Fähigkeit, den eine ‚innere Repräsentation der Sprache im Gehirn‘ so mit unseren ‚Sprachwerkzeugen‘ zu verknüpfen, dass eine ‚aktuelle innere Repräsentation unserer Sprache‘ in einen ‚Prozess von Bewegungen‘ von Lunge, Zunge, Mundraum, Nasenraum …. übersetzt wird, wodurch ein ‚Luftstrom‘ entsteht, der die ‚innere Sprache‘ in eine ‚äußere als Schall‘ als ‚wahrnehmbare Sprache‘ übersetzt.
Da aber der ‚Schall alleine‘ noch keine ‚Kommunikation‘ bedeutet, ist klar, dass das Gehirn im Innern neben der ‚Repräsentation einer Sprache‘ auch noch in der Lage sein muss, diese ‚innere Repräsentation einer Sprache‘ in ‚Beziehung‘ zu setzen mit ‚Teilen der inneren Weltrepräsentation‘.
Wenn ich in der Deutschen Sprache einen Schall erzeuge, welcher wie ‚Hund‘ klingt oder wie ‚Haus‘ oder wie ‚Auto‘, dann wird dieser Schall erst dann zu einer möglichen (sprachlichen) Kommunikation, wenn die innere Repräsentation von Sprachschall zusätzlich in einer ‚aktiven Beziehung‘ zu solchen Elementen des automatischen Wissens steht, welche über die ‚Reizwahrnehmung der Außenwelt‘ als ‚Elemente des automatischen Wissens‘ erzeugt wurden. Also, so eine Art ‚Telefonbuch‘ : auf der einen Seite ‚Elemente des Wissens‘ mit möglichen Beziehungen zu Reizwahrnehmungen, auf der anderen Seite interne Repräsentationen von Sprache, die sich in Sprachschall ‚übersetzen‘ lässt.
In der Wissenschaft der ‚Semiotik‘ (Lehre von den Zeichen) wären dann die Elemente, welche eine interne Repräsentation von Sprache bilden (und ebenfalls der zugehörige Schall), die ‚Zeichen‘, und jene Elemente, auf die sich die Zeichen ‚aktiv beziehen‘, wären dann die ‚Bedeutung‘.
Dann könnten wir sagen, dass der ‚Schall einer Sprache‘ deswegen für den Hörer ‚bedeutungsvoll‘ sein kann, weil der Schall auf der Basis einer internen Sprachrepräsentation erzeugt wurde, welche in einer aktiven Beziehung zu Wissenselementen steht. Und — ganz wichtig — diese ‚Wissenselemente eines individuellen internen Wissens‘ müssen über einen ‚aktiven Bezug‘ zu solchen ‚Reizwahrnehmungen‘ aus der Welt da draußen verfügen, welche auch anderen Menschen zugänglich sind. Wenn ein Kind lernt, dass der Schall ‚Hund‘ mit einer bestimmten Reizwahrnehmung aktiv verbunden ist, welche auch ein anderer Mensch haben kann, wenn es ‚da so ein Ding‘ gibt mit diesen und jenen ‚Eigenschaften‘, dann kann das Kind sich mit anderen Menschen über den Schall ‚Hund‘ künftig verständigen.
Diese einfache Skizze sprachlicher Kommunikation schildert den ‚Kern jeder bedeutungsvollen sprachlichen Kommunikation‘. Im Alltag ist die Lage in vielfacher Hinsicht komplexer, was auch die Vielzahl von ‚Missverständnissen‘ erklärt, denen wir fast ständig begegnen.
‚Sprachverstehen‘ ist ein komplexer Prozess, in dem gleichzeitig eine Vielzahl von Faktoren mitwirken müssen. Dass Menschen überhaupt zu solch einer komplexen Kommunikation fähig sind, ist ein Dauerwunder. Ohne dieses Wunder wären wir letztlich nicht das, was uns Menschen im Gesamtkontext des Lebens auszeichnet. Ich habe nicht den Eindruck, dass wir alle wirklich verstehen, was dies für das Leben auf diesem Planeten, in diesem Universum bedeutet.
Automatismen überwinden
Menschlicher Autor : Gerd
Bisher stand vor allem der Alltag im Zentrum des Textes, welcher in uns über das automatische Wissen ein ‚Bild von der Welt‘ erzeugt, was uns ’nahe‘ ist, was wir ‚plausibel‘ finden, was nicht all zuviel ‚Anstrengung‘ kostet.
Jetzt sollen daher Alltagssituationen betrachtet werden, die nicht ‚rein automatisch‘ ablaufen, wo wir als Menschen — unterschiedlich stark — gefordert werden.
Mit Blick auf eine Kommune, auf 61137, auf die demokratischen Prozesse, ist klar, dass immer wieder ‚Entscheidungen‘ gefällt werden müssen zur Frage, was wollen wir denn ‚jetzt konkret tun‘.
Solche Entscheidungen gründen normalerweise auf einer ‚Ausgangslage‘, auf einem ‚Jetzt‘, welches man ansatzweise ‚beschreiben‘ kann. Und falls man anhand der ‚Eigenschaften‘ dieser Ausgangslage ‚Sachverhalte‘ entdecken kann, welche man als ‚Veränderungswürdig‘ einstuft, dann kann sich daraus der ‚Wunsch‘ entwickeln, diese ‚veränderungswürdigen Sachverhalte‘ durch ein ‚geeignetes Handeln‘ so abzuändern, dass man mit dem ’neuen Zustand‘ ‚zufrieden‚ ist.
Bei all dem sollte es selbstverständlich sein, dass die Bürger der Kommune bei diesen Prozessen ‚ausreichend beteiligt‘ sind.
Das Jetzt beschreiben?
Eine gegebene Situation zu beschreiben ist kein Automatismus.
Dafür muss man sich bewusst entscheiden.
Und wenn es — wie im Fall der Kommune 61137 — darum geht, eine Beschreibung zu erstellen, welche ‚möglichst alle verstehen‘ sollen, dann wird es zusätzlich schwierig : ab wann hat man eine Beschreibung (als Text!) erstellt, die von allen tatsächlich ‚verstanden‘ wird?
Da man das ‚Verstehen der anderen‘ erst dann überprüfen kann, wenn eine Beschreibung vorliegt, welche andere real lesen können, muss man — irgendwie — anfangen, erst mal eine Beschreibung zu erstellen, ohne beim Erstellen schon sicher sein zu können, ob diese Beschreibung entsprechend verstanden wird.
Also, wir wollen eine Beschreibung erstellen, welche als Ausgangspunkt für jene Überlegungen dienen soll, in denen man sich fragt, ob hier Sachverhalte vorliegen, die nach ‚Veränderung rufen‘.
In dem Moment, wo man diese Absicht an sich heran kommen lässt, kann man ganz schnell in eine schier ausweglose Situation geraten: bei ungefähr 12.500 Einwohnern, drei Ortsteilen, vielen Altersgruppen, … wo soll man da überhaupt ansetzen? Die kleine Schar der ‚gewählten Vertreter‘ im kommunalen Parlament ‚(offiziell: Gemeindervertretung (GV), in 61137 sind es 37) kann bei besten Absichten nicht alle möglichen Sachverhalte dieser Kommune ‚kennen‘. Zudem, die Sachlagen ändern sich auf unterschiedlichen Zeitskalen ständig — Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Monate, … — Was nützt eine Ausgangslage, ein ‚Jetzt‘, eine ‚Gegenwart‘, wenn sie im nächsten Moment schon wieder ganz anders aussieht? (Heute ziehen Menschen neu nach 61137, andere ziehen weg; Wer kommt? Wer geht?…)
Offensichtlich benötigt man eine andere Strategie als jene, bei der die Mitglieder der GV ‚von sich aus‘ versuchen, alle relevanten Sachverhalte aufzuspüren, zu beschreiben und zu bewerten.
Auch wenn es den Fall geben kann, dass ein Mitglied der GV aus persönlicher Betroffenheit den einen oder anderen Sachverhalt ‚im Auge hat‘, wird es offensichtlich darauf ankommen, dass sich ‚betroffene Bürger‘ selbst melden, und zwar so, dass die Mitglied der GV davon erfahren können.
Darüber hinaus beginnt eine Kommune zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht ‚am Punkt Null‘ : sie hat ‚Erfahrungen aus der Vergangenheit‘; sie besitzt eine ‚Gemeindeverwaltung (GVW)‘, welche über viele Gegebenheiten und Anforderungen der Kommune ‚informiert‘ ist, und sie besitzt einiges an Handlungswissen, was im Einzelfall zu tun ist. Dazu kommt die ‚Einbettung‘ der Kommune in größere Organisationsverbände wie beispielsweise in einen ‚Landkreis‘, in ein ‚Bundesland‘ und in einen ‚Bund‘. Und vieles mehr.
Aber, selbst wenn es umfangreiche Erfahrungen aus der Vergangenheit gibt, welche auf unterschiedliche Personen, Abteilungen, Institutionen usw. verteilt sind, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass all diese ‚im Prinzip vorhandenen Erfahrungen‘ zur rechten Zeit auch der kleinen Schar der GV verfügbar und bekannt sind. Man darf — als Arbeitshypothese — vermuten, dass der kleinen Schar der GV ‚im Normalfall‘ nicht alle ‚wichtigen Sachverhalte‘ im ausreichenden Maße bewusst sind.
Nehmen wir an, dass die Mitglied der GV anhand der Informationen, welche ihnen zu einem Zeitpunkt verfügbar sind, eine bestimmte Ausgangslage innerhalb der Kommune beschreiben wollen, und zwar so, dass jene ‚kritischen Sachverhalte‘ sichtbar werden, wegen deren man einen möglichen Handlungsbedarf sieht.
Veränderung und Zeit – oder : Das Konkrete als Weg zum Nicht-Konkreten
Wir alle wissen — irgendwie –, dass es Zeit gibt. Überall gibt es Uhren, Zeitangaben, ‚Deadlines‘, und nicht wenige fühlen sich deswegen ‚gestresst‘ : wurde die Aufgabe erledigt? Warum sind sie noch nicht fertig? Werde ich es schaffen? …
Die ‚Zeit selbst‘ gibt es aber nicht direkt als ‚Gegenstand‘; sie zeigt sich nur in Gestalt von ‚Veränderungen‘. Am bekanntesten eben anhand von Uhren, wo der ‚Sekundenzeiger‘ sich bewegt, die ‚Minutenangaben‘ sich ändern … doch diese ‚Zeitangaben‘ sind ‚künstlich erzeugt‘ durch ‚Maschinen‘, die wir ‚Uhren‘ nennen. Die ‚Veränderungen im Alltag‘ ergeben sich auf andere Weise. Menschen durchlaufen in ihrem Leben dramatische Veränderungen. Brücken können verwittern. Pflanzen wachsen und sterben ab. Ein Entzündungsherd kann entstehen und einen ganzen Organismus bedrohen. Es kann Regnen, die Sonne scheinen oder stürmisch winden. Der Meeresspiegel kann steigen. Die Zahl und Zusammensetzung von Einwohnern in einer Kommune kann sich ändern. Durch den Einfluss von sozialen Medien kann sich das Fühlen und das Selbstbild von Kindern stark ändern. Die Position von Sonne und Mond am sichtbaren Himmel ändert sich. Der Warenfluss von und nach Deutschland kann sich ändern. …
Dies bedeutet, das, was wir zu einem bestimmten ‚Zeitpunkt‘ an einem bestimmten ‚Ort‘ als etwas ‚Konkretes‘ wahrnehmen können (Blumen, Auto, Mensch, … ) ist strenggenommen nur ‚ein Moment in einer Folge von Momenten‘, oder ‚ein Zustand innerhalb einer Folge von Zuständen‘. Ein ‚Moment‘ oder ein ‚Zustand‘ enthält meist viele verschiedene Eigenschaften, Elemente. In einem Moment, in einem Zustand sind sie, ‚wie sie sind‘. Überblickt man mehr als ein Moment, mehr als einen Zustand, dann kann es sein, dass sich einzelne Eigenschaften, einzelne Elemente von ‚Moment zu Moment‘, von ‚Zustand zu Zustand‘ ‚geändert‘ haben. Diese ‚Änderungen zeigen sich nur ‚im Vergleich‘ von Momenten/ Zuständen. Dies zu erfassen ist uns Menschen möglich, weil unser Gehirn ‚Ereignisse in seinem Innern‘ bis zu einem gewissen Grad ’speichern‘ und auch wieder ‚abrufen‘ kann. Darüber hinaus kann das Gehirn ‚Folgen von Zuständen‘ anlegen (Zustand 1, Zustand 2, …) und unser Gehirn kann ganz offensichtlich solche ‚Zustände hintereinander‘ ‚vergleichen‘. Der ‚einzelne Zustand alleine‘ kann nicht die Erkenntnisse liefern wie eine ‚Folge von Zuständen‘, die einer ‚Vergleichsoperation‘ unterzogen werden können. Die Vergleichsoperation liegt quasi ‚eine Ebene höher‘ und diese ‚höhere Ebene‘ im Gehirn existiert für uns nicht als das ‚übliche Konkrete‘, sondern als ein ‚Nicht-Konkretes‘, dennoch so, dass wir es für uns als ‚Erkenntnis‘ benutzen können.
Dieses auf ‚Vergleich von Konkretem basierende Wissen um Unterschiede im Sinne von Veränderungen‘ ist für unser Überleben von grundlegender Bedeutung. Ohne diese Art von ‚Veränderungswissen‘ wären wir schlicht nicht lebensfähig.
Die Beschreibung einer Ausgangslage ist von daher eigentlich nur hilfreich, wenn wir eine ‚Zustandsbeschreibung‘ immer nur so verfassen, dass der aktuelle Zustand als Teil einer ‚zeitlichen Folge von Zuständen‘ beschrieben wird.
Zu sagen, dass die Kommune 61137 im Dezember 2025 XXX Einwohner hatte, sagt eigentlich so gut wie nichts. Wichtig wäre zu wissen, wie groß diese Veränderungen in den letzten Jahre waren, welcher Art diese Veränderungen sind, und — noch besser — es sollte auch Angaben über mögliche Faktoren geben, welche im Kontext dieser Veränderungen wichtig erscheinen.
Ein Blick in die Realität von 61137 : Zustandsbeschreibungen und Zielformulierungen
Nehmen wir also mal an, dass eine Kommune — hier: 61137 — in der Lage und willens ist, dass sie die verschiedenen Beschreibungen von ‚Zuständen in der Kommune‘ nicht ‚punktuell‘ erstellt, sondern immer die ‚aktuelle Situation/ den aktuellen Zustand‘ einbettet in eine ‚zeitliche Abfolge von vorausgehenden Zuständen‘, so dass ein Leser (Bürger, GV-Vertreter, …) aufgrund dieser Abfolge ‚reale Veränderungen‘ bemerken und für seine ‚Urteilsbildung berücksichtigen‘ kann. Ideal wäre natürlich, dass jene, welche die Beschreibungen samt jeweiligen ‚historischen Einbettungen‘ erstellt haben, schon mal ‚erste Beobachtungen vorgenommen‘ haben, welche sie ergänzend zur Beschreibung der Zustandsfolgen lesbar formuliert haben. Dies würde einem potentiellen Leser helfen, auf mögliche wichtige Aspekte der Historie aufmerksam zu werden (diese ersten Beobachtungen können natürlich auch ‚in die Irre führen‘, was die Aufgabe eines ‚angemessenen Verstehens‘ erschweren würde).
Schauen wir uns die reale Kommune 61137 an. Wieweit gibt es hier ‚Zustandsbeschreibungen mit eigener Historie‘? Als Einstieg wählen wir den‚Haushalt 2026‘. Er liegt in der Entwurfsfassung von April 2026 vor: https://www.schoeneck.de/rathaus-politik/politik/dateien/haushaltsplaene/haushaltsplan-2026.pdf?cid=mep . Entwurfsfassung heißt hier, dass die Haushaltskontrolle, die vom Landkreis ausgeübt wird, diesen Entwurf erst noch billigen muss, bis er Rechtskraft erlangt. Dies kann einige Monate dauern.
Wertet man den Gesamttext des ‚Haushalts 2026‘ aus, dann ergibt sich folgender Grobeindruck:
Die finanzielle Seite der Kommune ist nach Zustandsfolgen organisiert — gesetzlich vorgeschrieben, methodisch ausgereift, vergleichbar mit anderen Kommunen, mit langfristigen Trends.
Die inhaltliche Seite der Kommune — also das, was die Kommune für ihre Bürger tut — wird hingegen nur punktuell beschrieben. Zustandsbeschreibungen ohne historische Einbettung, qualitative Ziele ohne messbare Veränderungsdimension, Wirkungen ohne überprüfbare Folgen.
Etwas Konkreter:
Im Haushalt 2026 finden sich — nach einer ersten Analyse mit der generativen KI Claude opus 4.7 — folgende Themen mit ausgeprägten Zustandsfolgen:
- Steuererträge — 7-Spalten-Tabelle (Ergebnis 2024, Ansatz 2025–2029) plus langfristige Verlaufsgrafik bis 2020 zurück. Beispiel Grundsteuer B: 3.440.966 € (2024) → 3.704.830 € (2025) → 3.475.000 € (2026) → konstant 3.475.000 € (2027–2029). Hebesätze ebenfalls als Reihe (Grundsteuer B: 780 → 857 → 857 %).
- Steuerhebesätze — explizite Dreijahres-Tabelle für alle Steuerarten
- Bevölkerung — 7-Jahres-Historie (2018–2024) nach Altersgruppen, dazu prozentuale 10-Jahres-Veränderung im Vergleich zum Landkreis-Median
- Arbeitsmarkt — Arbeitslose und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als langfristige Zeitreihe 2018–2024
- Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad — 7-Jahres-Historie mit Median-Vergleich
- Ordentliche Erträge und Aufwendungen — Dreijahres-Vergleich plus mittelfristige Planung
- Investitionsprogramme — pro Maßnahme Ergebnis 2024 bis Ansatz 2029
— Ende Auskunft von Claude —
Allerdings, obwohl wir es hier mit Zustandsfolgen zu tun haben, diese Zustandsfolgen sind weitgehend eher ‚minimal‘, ohne wichtige ‚Kontexte‘, durch welche diese Zustände für einen normalen Bürger ‚lesbarer‘ werden.
Konkrete Beispiele, die im Haushalt selbst als „wesentliche Produkte“ mit „besonderer Bedeutung für Finanzen, Politik, lernende Organisation, Geschäftsprozesse und die Steuerung“ gekennzeichnet sind, aber keine expliziten Zustandsfolgen enthalten, sind — nach einer ersten Analyse mit der generativen KI Claude opus 4.7 — die folgenden:
- Heimatmuseum (Produkt 25210-1): Keine Kennzahlen überhaupt, keine Besucherzahlen, keine Ausstellungen. Ergebnis 2024: alle Felder leer.
- Förderung der Jugendpflege (36210-2, „wesentliches Produkt“): Demografische Zahlen (Anzahl Jugendliche) vorhanden, aber keine Teilnehmerzahlen an Ferienprogrammen, Workshops, Spielmobil. Sieben Kostenträger werden gepflegt, ohne dass man weiß, wie viele Bürger erreicht werden.
- Kinderbetreuung in gemeindlichen Kitas (36510-1, „wesentliches Produkt“): Fünf qualitative Produktziele (u.a. „Integration Benachteiligter“, „bedarfsgerechte Angebote“), aber keine Kinderzahlen, keine Betreuungsquote, keine Wartelisten, keine U3-Quote. Nur Wirtschaftlichkeitskennzahlen.
- Förderung des Sports (42110-2, „wesentliches Produkt“): Keine Anzahl geförderter Vereine, keine Mitgliederzahlen, kein Indikator für Vereinsaktivität.
- Umweltschutzmaßnahmen (56110-1): Klimaschutzkonzept, Energiemanagementsystem, Stadtklimaanalyse werden im Auftragsbereich genannt — aber keine CO2-Bilanz, kein Energieverbrauch kommunaler Gebäude, keine Anzahl geförderter Anlagen. Auffällig: Personalaufwendungen springen von 23.475 € (2025) auf 125.890 € (2026) — eine Verfünffachung ohne erkennbare inhaltliche Begründung in den Kennzahlen.
— Ende Auskunft von Claude —
Dieser ‚Befund‘, dass sich im Haushalt 2026 sowohl Themen ‚mit Historie‘ und ‚ohne Historie‘ finden ist schon mal ein erster Hinweis, dass die minimalen Anforderungen an ‚Zustandsbeschreibungen (Historie)‘ nur partiell erfüllt werden. Aus der Perspektive einer ‚Bürgerkommunikation‘, wo es darum geht, dass die politischen Gremien die Planungen der Gemeinde den Bürger möglichst gut verstehbar ’nahe bringen‘ sollten, kann dieser erste Befund ein kleiner Weckruf sein.
Wir können diese erste Hinweise ein wenig mehr vertiefen, indem wir die generative KI Claude opus 4.7 mit der Aufgabe betrauen, in einer ersten Übersichtsanalyse nachzuschauen, wie es mit ausgesprochenen ‚Zielformulierungen‘ bei diesen Themen ‚mit‘ und ‚ohne‘ Historie (Zustandsfolgen) bestellt ist.
Claude opus 4.7 liefert folgende Antwort:
Themen mit ausgeprägten Zustandsfolgen — wie steht es um die Ziele?
Steuererträge (Grundsteuer A/B, Gewerbesteuer, Anteile EkSt/USt, Hundesteuer, Spielapparatesteuer) Zielformulierung: nein, keine eigentliche. Die Spalten 2027–2029 sind Prognosen („voraussichtliche Entwicklung“), kein politisch beschlossenes Ziel. Es steht nirgendwo „Wir wollen die Gewerbesteuer-Einnahmen bis 2029 auf X € steigern, indem wir Y tun.“ Die Werte sind fortgeschriebene Erwartungen auf Basis bestehender Hebesätze und Bundesprognosen. Eine bemerkenswerte Ausnahme: Die Hebesätze selbst sind politische Entscheidungen — und ihre Veränderung (Grundsteuer B von 780 auf 857 %) wäre ein gestaltetes Datum, aber auch hier ohne formulierten Zielzustand wie „Wir wollen die Eigenkapitalquote bis 2030 auf X % bringen“.
Steuerhebesätze Zielformulierung: nein. Die Hebesätze für 2026 sind festgelegt (politisch beschlossen), aber es gibt keine mittelfristige Zielgröße. Im Vorbericht steht keine Aussage wie „Wir wollen die Grundsteuer B langfristig auf das Niveau X zurückführen“ oder „Mit Hebesatz Y würden wir ausgeglichen wirtschaften“. Hebesätze erscheinen als Stellschraube, nicht als Element einer Zielarchitektur.
Bevölkerung Zielformulierung: nein, ausdrücklich nicht. Im Vorbericht steht explizit: „Die Entwicklung der Bevölkerung nach Anzahl und Altersaufbau ist nur bedingt kommunal beeinflussbar. Der gesamtgesellschaftliche Trend ist heute unumkehrbar.“ Das ist eine bewusste Verzichtserklärung auf Zielsetzung. Die Bevölkerungsentwicklung wird als gegebene Randbedingung behandelt, nicht als gestaltbares Feld. Daraus folgt zwar ein implizites Ziel („Anpassung an demografischen Wandel“), aber kein operationalisierbares: Welche Anpassungen, in welchem Tempo, mit welchem Endzustand bleibt offen.
Arbeitsmarkt (Arbeitslose, SV-Beschäftigte) Zielformulierung: nein. Die Daten kommen aus den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit und werden als externe Trendlinien angezeigt. Die Kommune formuliert keine Zielgröße wie „Wir wollen die Zahl der Arbeitsplätze vor Ort bis 2030 um X erhöhen“ oder „Wir wollen die Arbeitslosigkeit Älterer reduzieren“. Die Indikatoren werden präsentiert, nicht in einen Steuerungszusammenhang gestellt.
Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad Zielformulierung: nein. Das ist besonders auffällig. Der Verschuldungsgrad ist in den letzten Jahren stark gestiegen (von 51 % auf 110 % zwischen 2018 und 2024), die Eigenkapitalquote ist gesunken (von 47 % auf 33 %). Die Median-Vergleichswerte des Landkreises werden mitgeliefert. Aber es steht nirgendwo „Wir wollen die Eigenkapitalquote bis 2030 wieder auf X % bringen“ oder „Ein Verschuldungsgrad von über Y % ist nicht akzeptabel“. Es gibt nur eine Berichterstattung, keine Steuerungslogik.
Ordentliche Erträge und Aufwendungen Zielformulierung: nein, nur fortgeschriebene Prognose. Die mittelfristige Planung 2027–2029 zeigt eine Erwartung, kein Ziel. Es steht nicht „Wir wollen bis 2029 wieder einen ausgeglichenen Ergebnishaushalt erreichen, indem wir X einsparen oder Y zusätzlich einnehmen.“ Im Gegenteil: Die Planung zeigt fortlaufende Defizite, ohne dass eine Konsolidierungsstrategie mit Zeitachse formuliert wäre. Der Vorbericht erwähnt lediglich, dass auf die „Erleichterungen des Finanzplanungserlasses“ zurückgegriffen werden muss — also auf Sonderregelungen für Kommunen, die ihren Haushalt nicht ausgleichen können. Aber ein definierter Pfad heraus aus dieser Lage existiert nicht.
Investitionsprogramme Zielformulierung: teilweise vorhanden. Hier liegt der Fall etwas anders. Einzelne Investitionsmaßnahmen (Neubau Kita, U3-Plätze, Sportplätze, Feuerwehrgerätehaus usw.) sind politisch beschlossene konkrete Vorhaben mit definierten Auszahlungsplänen über mehrere Jahre. Das kommt einer Zielformulierung am nächsten — es gibt einen definierten Endzustand (Kita gebaut, Sportplatz saniert) und einen Pfad dorthin (Auszahlungen pro Jahr). Aber: Diese „Ziele“ sind operative Einzelmaßnahmen, nicht strategische Ziele auf der Ebene „Was wollen wir mit unseren Kitas insgesamt erreichen?“. Sie sind also Ziele für Bauprojekte, nicht für Wirkungen.
Themen ohne ausgeprägte Zustandsfolgen — wie steht es um die Ziele?
Heimatmuseum (Produkt 25210-1) Zielformulierung: vorhanden, aber statisch. Das Produktziel lautet wörtlich: „Die historische Entwicklung eines Ortes (Ortsgeschichte) wird anhand von zusammengetragenen Exponaten und Dokumenten aufgezeigt und die Bevölkerung wird informiert.“ — Das ist eine Dauerzustands-Beschreibung, keine Zielsetzung mit Zeitachse. Es heißt nicht „Wir wollen die Besucherzahl bis 2028 verdoppeln“ oder „Wir wollen jährlich zwei thematische Sonderausstellungen anbieten“. Es heißt nur „Wir machen ein Heimatmuseum“. Damit ist das Ziel sowohl ohne Historie als auch ohne erkennbare Zukunft.
Förderung der Jugendpflege (Produkt 36210-2, wesentliches Produkt) Zielformulierung: kein Feld „Produktziele“. Die Produktbeschreibung nennt die Aufgaben („Bereitstellung und Förderung von Angeboten für Jugendliche und junge Erwachsene, Kinder und Familien. Kinder- und Jugenderholung“), aber es gibt kein gesondertes Feld mit formulierten Zielen. Die sieben Kostenträger (Ferienprogramme, Spielmobil, Workshops, Seifenkistenrennen usw.) sind Tätigkeiten, keine Ziele. Damit fehlt sowohl die Historie der Wirkung als auch jede Aussage darüber, wohin die Jugendpflege in Schöneck steuern soll.
Kinderbetreuung in gemeindlichen Kitas (Produkt 36510-1, wesentliches Produkt) Zielformulierung: vorhanden, aber statisch. Fünf Produktziele sind formuliert, ich zitiere wörtlich:
- „Unterstützung bei der Erziehung zur eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten“
- „Bereitstellung von bedarfsgerechten Angeboten“
- „Nachhaltige Unterstützung von Eltern bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie“
- „Integration Benachteiligter“
- „Erfüllung der gesetzlichen Vorgabe entsprechend § 28 und § 32 Hessisches Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch“
Das sind Wertedeklarationen oder Daueraufgaben, keine Ziele mit Zeitachse. Was bedeutet „bedarfsgerecht“? Bis wann soll Integration in welchem Maß erreicht sein? Wer prüft, ob die Persönlichkeitsentwicklung gelingt? — All das bleibt offen. Auch hier gilt: kein vergleichbarer Ist-Zustand, kein definierter Soll-Zustand.
Förderung des Sports (Produkt 42110-2, wesentliches Produkt) Zielformulierung: kein Feld „Produktziele“ vorhanden. Die Produktbeschreibung lautet nur: „Finanzielle Unterstützung der Vereine, Gewährung / Auszahlung von Zuschüssen gemäß den Vereinsförderungsrichtlinien, Richtlinie zur Vereinsförderung erarbeiten und deren Einhaltung beachten.“ Das ist eine Tätigkeit, kein Ziel. Es gibt keine Aussage darüber, was die Sportförderung in Schöneck bewirken soll — etwa Steigerung der Vereinsmitgliedschaft, Erreichbarkeit für sozial Schwächere, Förderung von Inklusion, Ausbau spezifischer Sportarten. Nur die Aufgabe „Geld auszahlen“ ist definiert, nicht die Wirkung „Was soll dadurch passieren“.
Umweltschutzmaßnahmen (Produkt 56110-1) Zielformulierung: kein Feld „Produktziele“ vorhanden — und das ist besonders bemerkenswert, denn in der Produktbeschreibung selbst stehen klare Aufgaben, die Ziele nahelegen würden: „Maßnahmen zum Klimaschutz. Fortschreibung des integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes (Vorreiterkonzept), Einführung eines kommunalen Energiemanagementsystems, Durchführung Stadtklimaanalyse.“ Hier wäre die ideale Stelle für formulierte Ziele wie „CO2-Reduktion der kommunalen Gebäude um X % bis 2030“ oder „Anteil erneuerbarer Energien in der Stromversorgung der Gemeinde auf Y % steigern“. Doch diese Ziele fehlen vollständig. Es bleibt bei der Aufgabe („Klimaschutzkonzept fortschreiben“), ohne dass der Inhalt dieses Konzepts in eine zielgebundene Form überführt würde.
Zur Erinnerung: Bei diesem Produkt verfünffachen sich die Personalaufwendungen von 2025 auf 2026 (23.475 € → 125.890 €). Eine derartige Verfünffachung wäre ohne formuliertes Ziel nicht zu rechtfertigen — und sie ist tatsächlich nicht durch ein Ziel im Haushalt begründet. Sie ist nur durch die Aufgabe „Maßnahmen umsetzen“ beschrieben.
— Ende der Antwort von Claude opus 4.7 —
Es verstärkt sich der Eindruck, dass die beiden Anforderungen nach der Bereitstellung einer ‚Zustandsbeschreibung (Historie)‘ sowie nach einer ausdrücklichen ‚Zielformulierung‘ gar nicht oder nur sehr ungenügend erfüllt werden.
Dies muss weiter vertieft werden.